Ein Abend mit vielen nachdenklichen Momenten

Nachdenkliche Momente beherrschen diesen Abend. Reem Khalife, Gamze Vard, Ceyda Ortabas und Alina Kroma – Schülerinnen des Heisenberg-Gymnasiums – tragen Adjektive vor, die die Geschehnisse in Worte fassen sollen – und es doch nicht tun: unerträglich, unfassbar, unmenschlich. Das Quartett entzündet Kerzen, wirft Fragen auf: „Was ist Individualität?“ Im Hintergrund: an der Wand Fotos von KZ-Häftlingen. Lehrerin Dr. Carmen Giese berichtet von einer aufwühlenden Gedenkstättenfahrt mit Schülern nach Auschwitz. In einer Ausstellung entdeckte sie dort einen Koffer mit der Aufschrift „Recklinghausen“, einen Kinderschuh . . .

Mikis Theodorakis hat mit der „Mauthausen-Kantate“ den KZ-Opfern ein musikalisches Denkmal gesetzt: Der Chor „Die Untertanen“ besingt anrührend unter Leitung von Rüdiger Schrade-Tönnißen die „Mädchen von Auschwitz, Dachau“ und anderen Lagern – eines von mehreren jüdischen Liedern in dieser Veranstaltung. Und musikalisch beendet Chaja Kaufmann ihre Rede. Sie spielt das gefühlvoll gesungene jüdische Kol-Nidre-Gebet ab: „Es erinnert mich an meinen Vater, er war auch Kantor.“ Und auch wenn wohl die wenigsten ein Wort verstehen: Ergriffen sind alle.