Dubiose Absender fordern von Unternehmen hohe Strafzahlungen

Immer häufiger werden Firmen aufgefordert, Strafen wegen Nichteinhaltung des Mindestlohns zu zahlen. „Dabei handelt es sich um Fälschungen“, stellt Dr. Jochen Grütters, Leiter des Geschäftsbereichs Recht der IHK Nord Westfalen, fest. Die Briefe sind nach Angaben der IHK professionell gestaltet und erwecken den Anschein, aus dem Bundesfinanzministerium zu kommen. Darin fordert eine „Mindestlohnzentrale“ bei den Unternehmen Gelder in Höhe von mehreren hundert Euro ein. Verbunden ist die Forderung mit der Drohung, den Fall an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten, falls nicht gezahlt wird. Teilweise wird auch der Slogan des DGB zum Mindestlohn „Kein Lohn unter 8,50 Euro pro Stunde“ verwendet und auf die Gewerkschaftswebsite www.mindestlohn.de verwiesen. „Es gibt keine Mindestlohnzentrale“, erklärt Grütters, „Strafzahlungen wegen der Nichteinhaltung des Mindestlohns werden erst gefordert, wenn die dem Zoll zugehörige Finanzkontrolle Schwarzarbeit ein Vergehen festgestellt hat und ein rechtliches Verfahren durchgeführt wurde.“

Weitere Informationen: www.ihk-nordwestfalen.de/P16 (Mindestlohn); www.dgb.de (Warnung auf der Homepage des DGB)