DRK in Sorge - in Gladbeck spenden zu wenig Menschen Blut

„Für mich ist das sinnvoll und  es verschaffte  ein gutes Gefühl“,  sagt Ralf Scholz (54) der zum neunten Mal Blut spendete und gekonnt von Teamleiterin Iris Krass (Blutspendedienst West) zur Ader gelassen wurde.
„Für mich ist das sinnvoll und es verschaffte ein gutes Gefühl“, sagt Ralf Scholz (54) der zum neunten Mal Blut spendete und gekonnt von Teamleiterin Iris Krass (Blutspendedienst West) zur Ader gelassen wurde.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zu wenig junge Menschen in Gladbeck wollen Blut spenden. Die Spendenquote ist in der Stadt, gemessen an der Bevölkerung, unter 1,9 Prozent gerutscht.

Gladbeck.. „Am Mittwochvormittag waren es 40 und am Nachmittag weitere 80 Spender, damit sind wir für die Ferienzeit schon recht zufrieden“, zog Robert Harler, der Blutspendebeauftragte des DRK Gladbeck, am Donnerstagmittag Zwischenbilanz. Für eine Stadt mit mehr als 70 000 Einwohnern seien das aber viel zu wenig Blutspender.

Die Quote lasse seit Jahren nach, „da für die langjährigen Spender, die altersbedingt ausscheiden müssen, zu wenig junge Leute nachrücken“, so Harler.

In Gladbeck ist die Quote, gemessen an der Bevölkerungszahl, so mittlerweile schon unter 1,9 Prozent gesunken. Schlechter als der gesamtdeutsche Schnitt von noch drei Prozent, der primär durch spendenfreudigere Dorfgemeinschaften in die Höhe gezogen wird, „da sich die Menschen dort noch kennen und der soziale Druck, etwas für die Gemeinschaft zu tun, so höher ist, als in anonymen Städten“, erzählt Harler. Beleg dafür: im dörflichen Kirchhellen spenden 14 Prozent, wobei zum Vergleich in Großstädten die Spendenquote nur bei einem mageren Prozent liegt.

„Was die Lage in Gladbeck zudem erschwert“, sagt Harler, „dass wir in der Stadt keine Zechen und kaum noch große Unternehmen haben, von denen früher die Belegschaft etwa der RBH in großen Gruppen zum Spenden kamen, ja sogar teilweise dafür freigestellt wurden.“ Dazu hat Harler aber schon eine Idee. Ein großer Arbeitgeber sei ja die Stadt selbst, „da gibt es in Zusammenarbeit mit der Verwaltung sicher noch jede Menge Aktivierungsmöglichkeit.“

"Da entwickeln sich immer wieder sehr nette Gespräche"

Herzlich willkommen sind im Team der ehrenamtlichen DRK-Helfer auch weitere Freiwillige, die die Arbeit des Blutspendedienstes unterstützen möchten, die dazu beitragen, die Kosten für die Blutkonserven im Sinne der Allgemeinheit geringer zu halten. Viele des engagierten Teams sind schon seit Jahrzehnten dabei, kochen literweise Kaffee, schmieren pro Spendentag rund 100 Brötchen und backen eben so viele Waffeln, um die Spender nach dem Aderlass im gemütlichen „Blutspender-Café“ zu stärken. „Viele Ehrenamtler und langjährige Spender kennen sich mittlerweile auch gut, da entwickeln sich auch immer wieder sehr nette Gespräche“, sagt Eva Dornheim.

"Ein gutes Gefühl, zudem bin ich Motorradfahrer"

Ralf Scholz ist am Donnerstag der erste Cafébesucher, der begeistert ins Brötchen beißt. Der 54-Jährige ist zum neunten Mal dabei und wartet auf seinen Sohn Kevin (29), der ihn zum Spenden animierte. „Ein gutes Gefühl – zudem bin ich Motorradfahrer, da denkt man schon darüber nach, dass man selbst mal nach einem Unfall auf Spendenblut angewiesen sein könnte.“

Robert Harler informiert zudem, dass der freiwillige Aderlass nicht nur der Allgemeinheit, „sondern auch dem Spender gut tut, da Studien belegen, dass langjährige Blutspender ein geringeres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben“.