Gladbeck

Die Standorte für neue Warnsirenen in Gladbeck stehen fest

In Gladbeck werden moderne Sirenensysteme installiert. In ähnlicher Form, wie auf diesem Fotp zu sehen ist.
In Gladbeck werden moderne Sirenensysteme installiert. In ähnlicher Form, wie auf diesem Fotp zu sehen ist.
Foto: Ingo Lammert
Was wir bereits wissen
Die „Heuler“ sollen vorrangig auf städtischen Gebäuden, oft Schulen stehen. Sie sollen das komplette Stadtgebiet beschallen. Durchsagen sind möglich.

Gladbeck. „Wir wollen für den Ernstfall gerüstet, und dafür bestens aufgestellt sein“, sagt Ordnungsdezernentin Nina Frense. „Wir brauchen ein System, das Bürger weckt, damit sie das Radio einschalten und über Gefahrenlagen informiert werden“, ergänzt der Leiter der Feuerwehr, Josef Dehling.

Was beide meinen, ist ein neues Alarmsirenen-System, das im gesamten Stadtgebiet installiert werden soll. Dem Hauptausschuss wurden jetzt die 14 geplanten Standorte vorgestellt, der diese befürwortete. Letztlich grünes Licht wird heute der Rat in seiner öffentlichen Sitzung im Rathaus geben.

75 Dezibel-Lautstärke

Die Standorte seien so gewählt, sagt Dehling, dass das bebaute Stadtgebiet abgedeckt werde, „damit überall der Weckruf zu hören ist“. Selbst an den Rändern der jeweiligen Sirenenreichweiten werde der Ton noch „mit 75 Dezibel-Lautstärke gut zu hören sein“. Eine wichtige Investition, da die Stadt in der Vergangenheit Glück gehabt habe, „an Großschadensfällen vorbeigeschrammt zu sein. Was sich in jeder Nacht aber schon wieder ändern kann“, so Dehling.

Ein Weckruf für die Behörden, der vielerorts das Fehlen des Frühwarnsystems offenbarte, war beispielsweise der Großbrand eines Düngemittellagers in Krefeld 2012,

wobei die giftige Rauchwolke weit über Duisburg bis ins Ruhrgebiet zog. In Gladbeck sind mit Ineos Phenol und Mineral Plus auch Firmen angesiedelt, die unter die Störfallverordnung fallen. Schäden drohen der Bevölkerung auch bei Gefahrguttransport-Unfällen auf Straße und Schiene – oder bei extremem Wetter mit Sturm und Hochwasser.

Ein Erlass des Innenministers hatte so den Städten und Kreisen als Katastrophenschutzbehörden Mitte 2013 vorgegeben, dass eine Verbesserung der Warnung der Bevölkerung notwendig ist.

Bis 2019 sollen alle 14 Sirenen in Gladbeck stehen

Die letzten grauen Sirenen- wurden mit dem Ende des „Kalten Krieges“ in Gladbeck 1993 abmontiert. Jetzt werden sie durch hochmoderne digitale „Heuler“ ersetzt, die von den Leitstellen zentral (auch landesweit) ansteuerbar sind. Zudem sind die Sirenenlautsprecher mit einem Sprachmodul ausgestattet, damit die Gladbecker auch via Durchsage über notwendige Maßnahmen informier werden können. Vorrangig wurden Gebäude als erhöhter Sirenenstandort gewählt, die sich im Besitz der Stadt befinden, häufig Schulen.

Bis 2019 sollen alle 14 Sirenen in Gladbeck stehen, die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 161 000 Euro. Zur Anschubfinanzierung stellt das Land für Gladbeck eine anteilige Förderung von 28 000 Euro bereit. Drei unterschiedliche Sirenentypen, je nach Leistungsanforderung, werden mit Kosten von 9 500 bis 15 500 Euro verbaut. Die Installation startet im Stadtnorden.