Die Sprache der Musik wirkt als Mittel zur Integration

Karl-Heinz und Mario Tobies wollen über die Musik die Integrtion fördern.
Karl-Heinz und Mario Tobies wollen über die Musik die Integrtion fördern.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Verein „Musikpaten“ will in Gladbeck und Umgebung Integration und Breitenbildung fördern. Geplant sind Studienfahrten und Workshops.

Gladbeck. Musik ist wohl die einzige Sprache, die Menschen überall auf der Welt verstehen – schlagen doch die Herzen in aller Herren Länder im selben Takt. „Die Grundklänge sind immer verständlich, zum Beispiel traurig oder fröhlich“, meint Mario Tobies. Diese Wirkung wollen der Musikpädagoge und Gleichgesinnte nutzen – im Sinne der Inte­gration. Sie ist ein Hauptanliegen des Vereins Musikpaten, der in Gladbeck und Umgebung zukünftig eine Rolle in der Kulturszene übernehmen will.

„Wir fördern Musik“

Der erste Vorsitzende Karl-Heinz Tobies erzählt: „Die Initiative ging von meinem Sohn und von Mehmet Varol aus, der hier eine Saz-Schule betreibt.“ Dessen Töchter lernen in Mario Tobies’ Musikschule das Klavierspiel: „So entstand der Kontakt.“ Der 29-Jährige erläutert: „Ich hatte schon von einem Verein ,Musikpaten’ in Hannover gehört. Allerdings hat er den Schwerpunkt auf die musikalische Breitenbildung gelegt.“ Die Gladbecker wollten hingegen einen Schritt weiter gehen, so Vater Tobies: „Wir verfolgen den integrativen Gedanken.“ Schließlich „befinden wir uns ja im Ruhrgebiet“ – und da spielten von jeher im gesellschaftlichen Orchester Menschen vielerlei Herkunft zusammen, schlägt der 65-Jährige die Brücke vom Gestern zum Heute. Man denke nur an den Bergbau, für den Kumpel aus allen Ecken Europas Seit’ an Seit’ malochten.

Und so lag der stilisierte Förderturm als Logo für die „Musikpaten“ nahe. Und im Zusammenspiel mit dem Slogan „Wir fördern Musik“ bekommt das Bestreben der „Musikpaten“ neben dem Charakter der Integration eine weitere Note: musikalische Bildung für alle – unabhängig von Alter, sozialen Verhältnissen und Herkunft.

Vater und Sohn Tobies betonen: Auch wenn sich Profis bei den Musikpaten engagieren, seien die Musikschulen „komplett von den Vereinsaktivitäten getrennt“. Für Workshops und andere Angebote sollen deswegen beispielsweise externe Dozenten engagiert werden.

Der Verein will keine Kurse anbieten, sondern punktuell agieren – und zwar ebenfalls international. So ist eine musikalische Studienfahrt nach Istanbul geplant. Angedacht ist, dass die Teilnehmer vor Ort das türkische Instrument Saz kennen lernen. Ferner sollen der Besuch eines Konzertes und des Konservatoriums auf dem Programm stehen. Aber auch andere Ziele außerhalb Deutschlands klingen wie Musik in den Ohren der engagierten Vereinsmitglieder, die über die Klangwelt Kontakte zwischen den Nationen knüpfen und pflegen wollen.

Vorstellung am Tag des Ehrenamtes

Als ein weiteres Projekt, dass die Musikpaten sich vorgenommen haben, nennt Mario Tobies eine „Familien-Musikfreizeit“: „Wohin es gehen soll, müssen wir noch gucken.“ Als Ort habe der Verein verschiedene Einrichtungen, zum Beispiel in Bayern und Norddeutschland, ins Auge gefasst. Die Musikpaten wollen ihre Ziele und Aktivitäten am Tag des Ehrenamtes (20. Juni, Lambertistraße) vorstellen.