Die Schützenstraße bot Platz fürs Vogelschießen

Die Schützenstraße zählt zu den ältesten Straßen Gladbecks und wurde nach dem alten Schützenplatz (heute Riesener-Gymnasium) benannt.
Die Schützenstraße zählt zu den ältesten Straßen Gladbecks und wurde nach dem alten Schützenplatz (heute Riesener-Gymnasium) benannt.
Foto: FUNKE Foto Services
Sie ist 1,5 km lang und zählt zu den ältesten Straßen der Stadt: Die Schützenstraße, die an das Wirken des Schützenvereins in alter Zeit erinnert.

Gladbeck..  Obwohl sie eher am Rand des aufstrebenden Ortes lag, zählt die Schützenstraße zu den ältesten Straßen der Stadt. Sie gehört zu den ersten 31 Straßen, die seinerzeit aufgelistet wurden.

Sie ist mit knapp 1,5 Kilometern auch eine der längsten Wegeverbindungen: Sie reicht von der Bottroper Straße bis – und das ist vielen gar nicht so bewusst – zur Ecke B 224, Bohmert- und Phönixstraße. Denn die Parallelstraße vor Freibad und Stadion ist noch ein Stück Schützenstraße und heißt dort auch so.

Die Schützenstraße wurde zeitgleich mit dem Bau von Freibad und Vestischer Kampfbahn, die 1928 eröffnet wurden, als Allee stadtauswärts verlängert. Bis dahin war sie lediglich eine Zuwegung zum Kotten Wissing, der – mindestens ab 1870 – etwa in Höhe der Harsewinkelstraße lag, die schon existierte. Im Süden querte die verlängerte, neue Schützenstraße die Bohmertstraße, die von Butendorf nach Ellinghorst führte, und ging automatisch in die Phönixstraße über, die bereits als Zechensiedlung für die Bergleute auf Moltke 3/4 entstanden war.

Nach dem Bau der Autobahn und ihrer Anbindung ans städtische Straßennetz in den 30er Jahren und vor dem Bau der heutigen B 224 hatte die Schützenstraße auch eine Zeit lang die Funktion als Verbandsstraße. Als NS VI führte der Verkehr, der von Essen und der Autobahn kam, über die Schützenstraße und die Vestische Straße (später Konrad-Adenauer-Allee) weiter nach Buer.

Der Name Schützenstraße rührt daher, dass dort, wo heute das Riesener-Gymnasium steht, in alter Zeit der Schützenverein bei seinen Schützenfesten die Vogelstange aufstellte. Dort, in der Gladbecker Mark, war damals unbebautes Land.

Im Frühjahr 1912 begann die junge Gemeinde Gladbeck an der Stelle mit dem Bau einer modernen Badeanstalt – dem Kaiser-Wilhelm-Bad. Jahre zuvor hatte sie das Grundstück gekauft. Zum Ausgleich, dass der Verein seinen Schützenplatz verlor, sicherte die Gemeinde den Schützen zu, die Straße nach ihnen zu benennen, was kurz darauf auch geschah.