Die Schnur zu Baselitz nie verloren

Sie waren Meisterschülerin von Georg Baselitz. Wie war das Verhältnis Lehrer und Schülerin?

Baselitz ist als Lehrer einfach fantastisch, hat mich unglaublich viele Dinge gelehrt. Er lässt nicht nur neue Sachen zu, es läuft auch immer parallel. Europäische und asiatische Einflüsse, die ich aufgegriffen habe, meine eigene Bildsprache, hat er immer unterstützt. Das aber nicht nur bei mir, sondern bei jedem seiner Schüler. Er hat nie Ziele aufgezeigt, sondern wollte, dass man die Ziele selber findet. Eben ein ganz toller Lehrer. Wir stehen immer noch in Kontakt. Ich habe die Schnur nicht verloren.

Wohin wird Sie Ihre künstlerische Reise führen?

Ich glaube, jeder Künstler hat ein Ziel. Ich forsche immer weiter, die unterschiedliche Mentalität in Asien und Europa ist wahnsinnig und die Kultur entsprechend. Mir geht es darum, das Wesen der Dinge zu zeigen. Und das will ich immer weiter erforschen. Wer beispielsweise vor meiner Glockeninstallation ,Das Gefühl in meinem Inneren’ allein steht, der spiegelt sich in der glatten Oberfläche. Ich kann also über mich nachdenken. Stehen Menschen hinter mir, dann sehe ich als Betrachter eine Wir-Gesellschaft. Ich kann also mit Menschen ohne Sprache kommunizieren.

Sie fahren gerne schnelle Autos?

Ja! Ich liebe das. Wenn ich 230 oder manchmal über 300 Stundenkilometer fahre, dann denke ich an nichts anderes. Muss mich ganz aufs Autofahren konzentrieren. Da kann ich alle anderen Gedanken abschalten. Das ist für mich eine kleine Meditation.

Welches Modell hilft bei dieser Meditation?

(lacht) Ich habe einen Bentley. Der ist schnell, braucht aber viel Benzin. Den Wagen habe ich übrigens gegen ein Bild eingetauscht.