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A-52-Projekt

„Die Nachteile überwiegen“

21.02.2012 | 19:51 Uhr
„Die Nachteile überwiegen“

Gladbeck. Die Bürgerinitiativen gegen den Ausbau der B 224 zur A 52 haben viele Argumente gegen die Ausbaupläne, sie begrüßen aber ausdrücklich den für den 25. März anstehenden Ratsbürgerentscheid und empfehlen den Wählern eindringlich die Teilnahme – und ein Nein.

Denn nur mit genügend Nein-Stimmen könne verhindert werden, dass die Gladbecker Bürger durch viel mehr Verkehr, vor allem Lkw-Verkehr, mehr Feinstaub und Stickstoffdioxiden und mehr Lärm belastet werden. Die zu erwartenden Belastungen sind nach Meinung der Bürgerinitiativen die Gründe, sich gegen das Projekt auszusprechen.

„Wir sind dankbar für den Bürgerentscheid“, sagten Meike Maser-Plag (Bürgerforum A 52), Andreas Gastreich (Bürgerinitiative Stoppt A 52) und Dr. Martin Arnold vom Netzwerk Bürgerinitiativen, die im Gespräch mit der WAZ über ihre Argumente gegen den Ausbau und über Alternativen sprachen. Ein Nein beim Bürgerentscheid sei von großer Bedeutung für das gesamte mittlere Ruhrgebiet, meinten die drei A-52-Gegner. „Wenn Gladbeck mit Nein stimmt, dann haben wir die Chance, dass die gesamte Transitautobahn durch Gladbeck, Bottrop und Essen verhindert wird.“ Dann sei auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass 2015 bei der Überprüfung der Bedarfsplanung durch den Bund die gesamte A 52 aus eben diesem Bedarf gestrichen werde.

„Die Nachteile überwiegen“, sagte Maser-Plag, und Andreas Gastreich nannte als gravierende Negativpunkte: Ein Riesen-Autobahnkreuz und eine Zerschneidung des Stadtgebietes jenseits des Tunnels, die größer als von vielen gedacht sei, da die Autobahntrasse doppelt so breit werde als die heutige B-224-Trasse und große Lärmschutzeinrichtungen entstünden. „Hauptknackpunkt“ werde der „riesig zunehmende Lkw-Verkehr“ sein, so Martin Arnold. Eine neue Autobahn ziehe einfach mehr Verkehr an, die A 52 vor allem als Transitstrecke auch Güterverkehre von den deutschen Häfen in den südwestlichen Wirtschaftsraum, „und das auf Kosten der gesundheitlichen Belastung in Gladbeck“.

Mehr Verkehr und eine höhere Geschwindigkeit des Verkehrs würden nicht nur in Sachen Lärm die Verminderung durch den versprochenen Flüsterasphalt aufheben, sondern erhöhten auch die Emmissionen von Feinstaub und Stickstoffdioxid, erläutert Gastreich. „Das wird mit großer Gewissheit so sein.“ Starker Lärm werde auch an den Tunnelmündern zu erwarten sein. Martin Arnold erklärte zudem, dass die versprochene Lärmminderung durch den Flüsterasphalt von -8 dB um mindestens 0,5 dB jährlich durch Abnutzung sinke. „Da wird ein falscher Eindruck erweckt, was Gladbeck zu erwarten hat.“

Die BI-Vertreter kritisierten, dass es trotz Forderung nach wie vor keine Messstelle zur Feststellung von Feinstaub in Gladbeck gebe. Denn schon jetzt würden dann wie in Gelsenkirchen und Essen bedenklich hohe Werte gemessen werden. „Es muss doch auch über die Einhaltung von Grenzwerten gesprochen und die Frage gestellt werden, was das für die Wohngebiete heißt“, argumentiert Meike Maser-Plag. Auch in dieser Hinsicht kritisieren die Vertreter der Initiativen, dass von der Stadt Informationen zurückgehalten werden, Gutachten nur nach nachhaltiger Forderung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Einig sind sich die BI-Vertreter in der Ansicht, die B 224 müsse baulich nicht verändert werden. Das würde auch bei einer generellen und erwarteten Zunahme des Güterverkehrs keineswegs eine Verschlechterung bedeuten. Die B 224 stoße bereits jetzt, was die Belastung anbelange, an ihre Kapazitätsgrenze. Gastreich: „Zusätzlicher Verkehr würde sich andere Wege suchen, um den Stau zu vermeiden.“ Statt dessen plädieren die Ausbaugegner dafür, sofort neuen und intensiveren Lärmschutz für die Bundesstraße zu planen und umzusetzen und Flüsterasphalt aufzutragen. Denkbar sei auch das Aussprechen von Lkw-Fahrverboten, wenn entsprechende Umwelt-Grenzwerte überschritten seien. Ebenso sei eine Verkehrslenkung auf die A 43 und A 2 vorstellbar, um die B 224 und Gladbeck möglichst zu umfahren, wenn der Verkehr zu dicht sei. Nicht zuletzt könnten große Kreisverkehre, etwa an der Schützenstraße, den Verkehr auf der B224 flüssiger machen.

Ein „Nein“ wäre für das gesamte Ruhrgebiet entscheidend und ein Signal für den Start zu einer anderen Verkehrspolitik, so Dr. Arnold. Die Entscheidungen für die Bundesverkehrspolitik würden zwar in Berlin getroffen, doch mit der Kritik daran müsse man „doch irgendwo, also hier vor Ort anfangen“, so Andreas Gastreich.

Maria Lüning/Georg Meinert

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Kommentare
27.02.2012
12:40
Ausbau A 52
von tzler | #21

Warum werden nur die Gladbecker zum Ausbau gefragt und nicht die unzähligen Lkw- und Autofahrer, die täglich auf dem Engpass im Stau stehen?

1 Antwort
„Die Nachteile überwiegen“
von com4711 | #21-1

Weil das keine Gladbecker sind, und die nicht mit der Lärm- und Feinstaubbelästigung leben müssen, sondern ganz einfach nur einen anderen Weg wählen müssten. So einfach ist das.

24.02.2012
11:34
An den Schubladendenker aus Zweckel #18
von Meinungsbild_2100 | #20

#18
Meine Güte, ist Ihnen das eigentlich nicht peinlich, wie Sie hier versuchen aufgeklärte, nachdenkende Menschen in die wenigen Schubladen, die Sie kennen, zu stecken?

Würden Sie Ihre bekundeten Informationen nicht immer nur an der Oberfläche des Gehörten abschöpfen, dann hätten Sie @Zweckler bemerkt, dass sich Bürger, die dazu in der Lage sind 1 und 1 zusammenzuziehen, Ihre Grundlagen auf offizielle Zahlen von Autobahnbefürworter (z.B. STRASSEN NRW) beziehen. Wenn man das aber nicht weiss, dann ist das Ergebnis Ihrer zahlreichen Niederschriften nicht weiter verwunderlich.

Wie hat es doch noch gestern ein weltweit anerkannter Klimaforscher trefflich ausgedrückt. "Mich wundert es doch sehr, dass ausgerechnet Nichtexperten den menschengemachten Klimawandel in Abrede stellen". Scheinbar ist diese Beurteilungskraft der "bezahlten Nichtexperten" vom Preis abhängig, denen ihnen Lobbyisten zahlen um Blödsinn zu verbreiten.

24.02.2012
10:48
B 224 ist die Hölle
von peak | #19

Leute, schaut mal auf die Preisschilder der Tankstellen, dann schaut die Statistik der Ölförderung an (goggel "Peak Oil"), bedenkt die Lage im Iran (Hormus) und die geplanten Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien, guckt mal nach Griechenland und Amerika, informiert euch über unser Geldsystem (z.B. www.monetarier.de). Schließlich noch eine alte WAZ mit der Ankündigung des Stadtkämmerers dass Gladbeck ab 2014 absolut keine Reserven mehr hat und daher Kredite wohl etwas teurer werden...
Dann ganz ruhig hinsetzen, eine Tasse Tee trinken und alles im Kopf zusammenfügen.
Ergebnis? Sind Milliardeninvestitionen in Autobahnen da noch irgendwo zeitgemäß?

1 Antwort
„Die Nachteile überwiegen“
von klara930 | #19-1

Nein.

24.02.2012
00:17
Die heutige B 224 ist die Hölle
von Zweckler | #18

Was passiert mit Gladbeck wenn sich die außerörtlichen BürgerInitativen durchgesetzt haben. Diese Leute feiern ihren Sieg und bei uns bleibt der Lärm, der Feinstaub und der Stau.
Super Idee von Euch aber ohne mich.

Ihr sagt, dass Flüsterasphalt sich pro Jahr um 0,5 dB verschlechtert, wollt aber im Nachgang auf der alten B224 eben diesen Flüsterasphalt fordern.

Ist der dann besser als auf der A 52 oder verarscht ihr mich?

Und das sich der Verkehr andere Wege sucht, dem stimme ich zu. Aber zu Lasten Gladbecker Innenstadtstraßen und zu Lasten Gladbecker Bürger.
Ihr in Essen oder von sonst Irgendwo als Berufsnörgler bekommt davon nichts mehr mit, weil ihr irgendwo anders etwas verhindern müsst.

Deshalb kann ich nur alle Bürger aufrufen, sich nicht von selbsternannten A52- Experten ins Bockshorn jagen zu lassen.
Schluß mit der Teilung der Stadt durch die B224 und ein JA zum Tunnel.
Alles ist besser als der jetzige Zustand.
Es sei denn, ihr liebt den heutigen Lärm, Dreck und den Stau

1 Antwort
„Die Nachteile überwiegen“
von bergerhausener | #18-1

Flüsterasphalt könnte man sofort aufbringen und weil keine Rampen bestehen würde man dann auch den besten einsetzen können. Pendler gehören nördlich von Gladbeck in die Bahn. Die Sfadt Gladbeck muss sofort die Fläche für den Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof kaufen und umgehend bauen. Die Stadtverwaltung muss im VRR sich massiv für einen höheren Taktanschluss am Bahnhof einsetzen. Die Stadt hätte schon längst den Feinstaub messen müssen um den LKW-Verkehr einzuschränken.
Ein JA bedeutet zunächst Ausbau in Bottrop mit mehr Verkehr, dann Ausbau Autobahnkreuz mit Mehrverkehr und dann wenn och Geld da ist, evtl. ein Stückchen Tunnel.

23.02.2012
13:36
„Die Nachteile überwiegen“
von klara930 | #17

Genau,die Frage worum es geht ist schlicht und einfach

Autobahn durch Gladbeck ja

Autobahn durch Gladbeck nein

Also,nein keine Autobahn durch Gladbeck !!!!!!!

Diese Frage könnten,wie schneutzl sich ausdrückt,auch enifache Gemüter beantworten.Ist aber so nicht gewollt,ob wir da was merken ??

23.02.2012
12:38
„Die Nachteile überwiegen“
von Juettelchen | #16

scheutzl #15, genau das ist beabsichtigt, die Frage so zu stellen, daß bei der Wahl mal schnell das Kreuz an der Stelle gemacht wird, wo man es eigentlich nicht haben wollte. Wir können sowieso nicht darüber abstimmen, A52 ja oder nein, nur ob die Stadt Gladbeck 2 000000 Euro dafür locker machen soll oder nicht. Stimmt man mit Nein, soll sich "angeblich" das Thema Autobahn erledigt haben. Das ist die einzige Möglichkeit, diesen, meiner Meinung nach, Wahnsinn zu stoppen. In einer Büttenrede hatte der Türmer (Bürgermeister) auch den Ausbau der A52 zum Thema. Das war reiner Wahlkampf, pro Autobahn. Auch die Infoveranstaltungen der Stadt dienen nicht dazu, daß der Bürger über alles aber auch alles informiert wird, sondern ihn auf Linie zu bringen, damit das Kreuz an die richtige Stelle kommt.

23.02.2012
11:24
Fragestellung
von schneutzl | #15

Mein Mann hat mit einem älteren Bekannten über dieses große Bauprojekt gesprochen.
Dieser Mensch war davon überzeugt, wenn er mit NEIN stimme am 25.März, würde die Autobahn OHNE Tunnel gebaut, bei JA MIT Tunnel. Also scheint die Fragestellung nicht klar zu sein für einfache Gemüter ! So ähnlich war es wohl auch mit Stuttgart 21, da wurde vorher so verwirrt, dass viele nicht mehr klarsahen.
Wie wäre es mit " Wollte Ihr eine Transitautobahn mitten durch die Stadt, JA oder NEIN ?!

23.02.2012
10:45
„Die Nachteile überwiegen“
von klara930 | #14

Wolfgang123 das ist ja völlig am Thema vorbei,und was bitte ist ein Luftkuhrort,wohnen da nur Rindviecher mit denen man alles anstellen kann ??

Warum gibt es hochgelobte Umweltzohnen wenn uns die ach so bösen Niederländer mit ihrem Feinstaub das Leben zur Hölle machen ??

Gehts noch ??

23.02.2012
10:02
"Die Holländer sind schuld"
von Juettelchen | #13

Das ist ja mal `ne Nachricht. Die Niederlande ist verantwortlich für unsere Feinstaubbelastung ! So ein Schw***sinn am frühen Morgen, da fängt der Tag ja gut an. Gladbeck könnte ein Paradies sein, wären da nicht die Holländer.

23.02.2012
09:10
Die Vorteile überwiegen
von wolfgang123 | #12

Da soll doch mal einer erklären, warum eine Tunnellösung die Stadt mehr zerschneidet, als es jetzt die B224 macht. Oder warum die Feinstaubbelastung steigen soll, wenn doch erwiesen ist, dass der Verkehr nur einen geringen Teil des Feinstaubs erzeugt und es eher von Wind und Regen abhängt, ob die Feinstaubbelastung hoch ist oder nicht. Die Industie in den Niederlanden ist mehr für die Feinstaubbelastung in Gladbeck verantwotlich, als der LKW im Stau auf der B224.

Dann fehlt noch das super Argument, der Schwerverkehr kann ja über die A43 und die A2/A3 fahren und die B224 wird für LkW gesperrt. Selbstverständlich wird Gladbeck zu einem Luftkuhrort auf Kosten von Bochum, Oberhausen und Duisburg.

1 Antwort
Verkehr - Verkehr - Verkehr
von Schopenhauer | #12-1

Die Teilung und die Belastung Gladbecks steigt durch die doppelte Anzahl Autos, und himmelhohe Schallschutzwände und die Autobahn in Troglage (A 40 in E-Frohnhausen).

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