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Die Industrie im Blick

29.06.2011 | 17:39 Uhr
Die Industrie im Blick
Repräsentanten des Vereins zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft: Thomas Brömmel (l.) und Markus Lauter. Fotos: Thomas Gödde / WAZ FotoPool

Gladbeck. Die Gladbecker Industrie ist mit ihrer Exportstärke eine besondere Stütze der örtlichen Wirtschaft. Der Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft (VGW) will auf diese Stärke und die Bedeutung von Industrieunternehmen im allgemeinen in den kommenden Monaten mit einer breit angelegten Aktion hinweisen, sie darstellen und erklären.

„Der VGW will Flagge zeigen“, sagten die Vorstandsmitglieder Thomas Brömmel und Markus Lauter bei Vorstellung der Aktion, die die Jahresversammlung des Vereins, dem 113 Gladbecker Firmen angehören, einstimmig beschlossen hat. Ganz viel hänge ab von der Industrie: Arbeitsplätze, Einkommen, Wohlstand. Brömmel: „Wir brauchen Industrie und wollen die Menschen auf dem Weg mitnehmen.“ Es gehe bei den VGW-Bemühungen um mehr Industrie-Akzeptanz bei den Menschen. „Wir brauchen mehr Vertrauen, sollten aber auch verständlicher und transparenter mit unseren Nachbarn reden“, erläutert Markus Lauter. Es gehe in erster Linie um die Rolle der Unternehmen als Arbeitgeber und Ausbilder, aber auch um das Thema Umweltschutz sowie um die Funktion der Firmen als Sport- und Kulturförderer in der Stadt.

Bei den Aktionen, die im einzelnen noch erarbeitet werden, soll auch ein spezielles Logo helfen, das u.a. auf der großen Werbetafel an der B 224/Ecke Schützenstraße zu sehen sein soll.

Der VGW, der sich mit seinen 113 Mitgliedern über viele Branchen hinweg breit aufgestellt sieht und sich als Sprachrohr der Wirtschaft in der Stadt versteht, will sich weiter hin in Sachen Ausbildung engagieren: Das Sommercamp, das seit sieben Jahren schwer vermittelbaren Jugendlichen mehr Sozialkompetenz und weiteres Rüstzeug in Deutsch und Mathe liefert, soll fortgeführt werden. Ebenso das Projekt I+I=Z (Ingenieure und Informatiker gleich Zukunft), mit dem der naturwissenschaftliche Unterricht über alle Schulformen hinweg gefördert wird. 70 000 € werden fürs kommende Schuljahr zur Verfügung gestellt. Außerdem läuft weiterhin die Förderung begabter Studenten mittels Stipendien.

Kritisch äußerte sich die Jahresversammlung des Vereins zur beschlossenen Erhöhung der Gewerbesteuer in Gladbeck. „Damit ist die Politik auf dem Holzweg“, so Brömmel. Höhere Steuern bedeuteten immer einen Wettbewerbsnachteil für die Unternehmen.

Der VGW bleibt dabei: Die A 52 müsse -- auf Basis des Ratsbeschlusses -- gebaut werden. Die Jahreshauptversammlung bekräftigte das nochmals und untermauerte die Dringlichkeit der Maßnahme aus Sicht der Wirtschaft. Man werde BM Roland unterstützend begleiten, hieß es.

Georg Meinert

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Kommentare
30.06.2011
08:36
Die Industrie im Blick
von gladbeckamabgrund | #3

Dass der VGW die A52 für ein richtiges Projekt hält, ist keine Neuigkeit.

Besonders schön finde ich, dass immer wieder das Sommercamp nach vorn geschoben wird. Hier soll suggeriert werden, dass der VGW soziale Verantwortung übernimmt.
Aber: Keine Panik, diese Herren interessieren sich nicht für Gladbeck, nicht für die Gladbeckerinnen und Gladbecker, und schon gar nicht die Lebensqualität in Gladbeck. Hier regiert der schnöde Mammom.

29.06.2011
22:42
Die Industrie im Blick
von Relativitaet_ist_relativierbar | #2

Es ist unerträglich mit wieviel Unwissenheit hier das Thema A 52 abgehandelt wird. Ich glaube die Vertreter der Gladbecker Wirtschaft haben es einfach nicht begriffen, was da für ein Bauvorhaben da mit folgenschweren Konsequenzen für die Gladbecker Wirtschaft ins Haus steht und sie verlässt sich scheinbar blindlings auf einen veralteten Ratsbeschluss (Tunnelausbau, ABKR Unterflieger, Anbindung des Gewerbeparks Brauck sind jüngst mehrfach von Berlin klar und unmissverständlich abgelehnt worden). Die im Herbst 2011 geplante Planfeststellung des geplanten Autobahnkreuzes (ohne Tunnel, ohne Anbindung des Gewerbeparks Brauck und ohne Minimalwunsch Unterflieger) wird diesen Ratsbeschluss entgültig und ohne Gnade voll vor die Wand fahren. Die Stadt Gladbeck wacht erst dann aus ihrer Wir-haben-alles-im-Griff-Lethargie auf, wenn sie merkt, dass es etwas noch schlimmerres als das Stigma Geiseldrama geben wird, nämlich die Abwanderung von Unternehmen und vor allem Bürger aus dem Autobahnmoloch der drei Transitautobahnen A 2, A 31 und A 52. Ich würde mal sagen, die jetzt bemängelte Gewerbesteuererhöhungen sind dann Peanuts gegenüber der Erhöhung die noch kommen wird, wenn zum demographischen Wandel noch eine erhöhte Abwanderung der Bürger stattfinden wird.
Der neue Slogan der Stadt im Jahr 2025:
Gladbeck zentral gelegen im Herzen von drei europäischen Autobahnen, wo die Luft zum schneiden nahe ist. Irgendwie müssen ja die Kosten auf die dann ausharrenden Bürger und Gewerbetreiber umgelegt werden. PANIKMACHE ?
Nö, wir brauchen uns nur die Fluktationen in anderen, vergleichbaren Gebieten anschauen und werden feststellen, dass die Wohngebiete um Transitrouten schwer vermittelbar sind und Gewerbetreiber sich selten da niederlassen wo die Gewerbesteuer schon jetzt ohne ausgebaute A 52 Transitroute am Rande des Erträglichen ist. Nach oben ist kein Spielraum mehr. Die Gladbecker Wirtschaft und die Gladbecker Bürger haben keinen Vorteil von einer ausgebauten A 52 (egal in welcher Form auch immer) zu erwarten, das ist Fakt und erschließt sich nur gut Informierten Bürgern, die ihre Hausaufgaben beim Thema A 52 gemacht haben. Wer das nicht sieht, hat sich nicht wirklich mit dem Bauvorhaben A 52 beschäftigt und legt mit diesem Artikel ein absolutes Armutszeugnis zur A 52 ab. Meine Güte, ich hätte die Vertreter der Gladbecker Wirtschaft für wirklich geistreicher und informierter in Sachen A 52 eingeschätzt, wo des doch vor deren Augen klar auf der Hand liegt, was da kommen bzw. nicht kommen wird.

29.06.2011
19:29
Die Industrie im Blick
von kritikaster | #1

Was ist denn das hier für eine paternalistische Attitüde, die der VGW gegenüber der Politik zeigt?
Er hat sich hinten anzustellen!

1. Die Gewerbesteuer muss erhöht werden.
2. Die A52 darf durch Gladbeck nicht gebaut werden.

Die Chuzpe solcher Wirtschaftslobbyisten ist unerträglich.
Die Exportwachstumsorientierung geht in die Irre.
Der Export wird zu einem großen Anteil von Auslandskrediten finanziert, die der Staat und damit die Steuerzahlen finanzieren, und auf Kosten der gestreßten Arbeitnehmer, die diese Exportgüter produzieren. Dieser exorbitant hohe Exportanteil ist eine Verschleuderung von Leistungs- und Rohstoffressourcen.
Diese Blase wird wahrscheinlich bald platzen.
Anfangen wird es mit der ersten Staatspleite eines Euro-Landes. (Griechenland)

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