DGB sieht keine Gefahren für Arbeitsplätze

Foto: Lars Heidrich

Der DGB Emscher-Lippe startet mit dem Neujahrsempfang am Freitag, 9. Januar, ins Gewerkschaftsjahr 2015. Ein wichtiges Thema wird neben dem Umgang mit rechtsradikalen Strömungen u.a. der Mindestlohn sein. Der Vorsitzende des Ortsverbands Gladbeck, Ingo Wesselborg, sieht hier keine Gefahren für Arbeitsplätze, sondern eine gewerkschaftliche Erfolgsgeschichte.

Wie geht der DGB mit rechtsradikalen Positionen um?

Ingo Wesselborg: Das ist eine besondere Herausforderung für uns. Wir werden seitens des DGB alles unternehmen, um dem Vordringen von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Nazitum einen Riegel vorzuschieben. Unsere Mitglieder sind aufgerufen, sich für eine menschliche und lebenswerte Region einzusetzen, die auch Flüchtlingen eine Heimat gewährt. Und: Abstriche an dieser Haltung werden wir nicht zulassen.

Rente mit 63 – alles gut?

Der Einstieg ist gut gelöst, allerdings besteht beim Rentenniveau aus Sicht des DGB neuer Handlungsbedarf. Die Senkung des Rentenniveaus auf gut 40 % des früheren Durchschnittsnettolohnes, mit weiter fallender Tendenz, kann nicht das letzte Wort der Politik bleiben. Selbst langjährig gut verdienenden Beschäftigten droht die Altersarmut. Unsere Forderung deshalb: Das Rentenniveau darf nicht unter 50 Prozent sinken. Auch hier müssen Korrekturen nach oben immer diskutierbar bleiben.

Führt der Mindestlohn ab Januar 2015 zum Abbau von Arbeitsplätzen?

Gefahren für die Arbeitsplätze sieht der DGB nicht. Der gesetzliche Mindestlohn und die Rente mit 63 ist in der Emscher-Lippe-Region der wichtigste Gewerkschaftserfolg des Jahres 2014. Sicherlich sind die Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn so nicht gewollt, doch das nun in Kraft getretene Gesetz ist das zum jetzigen Zeitpunkt maximal Mögliche.

Welche Auswirkungen hat der Mindestlohn für die Region?

Er wird in der Emscher-Lippe-Region tausenden Beschäftigten eine Lohnerhöhung bescheren. Auch Gladbecker Arbeitnehmer profitieren davon. Ich nenne es eine gewerkschaftliche Erfolgsgeschichte. Denn: Zahlreiche Beschäftigte haben mehr in der Tasche, die örtliche Nachfrage wird steigen. Um sicherzustellen, dass der Mindestlohn auch tatsächlich gezahlt wird, wird der DGB in fast allen Städten über die neuen Mindestlohnansprüche informieren und Beratungen anbieten. In Gladbeck ist dieses in den Abendstunden des 12. Januar in der Fußgängerzone der Fall.