DGB fordert Umdenken in der Westfälischen Hochschule

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Die Einführung eines neuen Prämienmodells im Rahmen des Hochschulpaktes III (2016-2023) zwinge die Westfälische Hochschule zum Umdenken und könnte ein wichtiger Beitrag im Strukturwandel der Emscher-Lippe Region sein. Das meint der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen hat ihren Standort an der Grenze zu Gladbeck, an der Neidenburger Straße.

Der DGB sieht in dem neuen Prämienmodell einen wichtigen Anstoß, aus der bisherigen Talentförderung der Bildungsstätte eine abschlussorientierte Erfolgsgeschichte zu machen. „Wir haben in der Vergangenheit die Talentförderung der Westfälischen Hochschule außerordentlich positiv bewertet. Kritisiert haben wir, dass zu viele Studierende scheiterten“, sagt DGB Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker, selbst Mitglied im Hochschulrat der Einrichtung.

Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit

Die Westfälische Hochschule müsse also über ihr wissenschaftliches Personal sicherstellen, dass mit Förderung und verbesserter Didaktik die Zahl der Studienabbrecher gesenkt und die Zahl der erfolgreichen Absolventen deutlich erhöht wird. Studienfächer mit Absolventenquoten von unter zehn Prozent sollten alsbald der Vergangenheit angehören. Hülsdünker: „Nur durch die Erhöhung der Absolventenzahlen erhält man die ,Kopfprämie’ von 4000 Euro und damit die Möglichkeit, die Talentförderung weiter zu intensivieren und die Lehre zu verbessern.“

Der DGB sieht insbesondere in der Förderung der Bildungsgerechtigkeit, der verbesserten Studienberatung, der Förderung der MINT-Fächer und einer verbesserten Lehre in Seminaren und Vorlesungen gesteigerte Chancen für Studienerfolge von Kindern aus den unteren sozialen Schichten. Josef Hülsdünker: „Das neue NRW-Prämienmodell könnte insbesondere für die Emscher-Lippe Region zu mehr Abschlüssen von Studierenden aus sozial schwächeren Schichten der Region führen.“