Der Trauer einen Raum geben
31.10.2007 | 10:41 Uhr 2007-10-31T10:41:00+0100
Trauer. Ein Gefühl, das kommt, wann es will, und bleibt, solange es will. Oftmals fühlen sich Trauernde mit ihrem Leid allein gelassen.
„Nahestehende versuchen nach einer gewissen Zeit, den Betroffenen wieder Aufzubauen, Aufzumuntern”, weiß Roberto Giavarra, Geschäftsbereichsleiter der Senioren- und Pflegedienste der Caritas. Doch diese Aufforderungen loszulassen und nach vorne zu schauen stürzen die Hinterbliebenen ungewollt noch tiefer in Depressionen. „Die Aufmunterung ist gut gemeint, aber man kann sich eben nicht in den Betroffenen hineinversetzen. Es gibt keine Regelzeit für Trauer”, so Giavarra. „Wichtig ist aber, dass der Trauer ein Raum, und den Trauernden ein Ort gegeben wird, an dem sie über ihr Leid reden können – oder schweigen.” Und diesen Ort bietet ab kommendem Sonntag eine zehnköpfige Projektgruppe von Ehrenamtlichen der Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD) wöchentlich an. Jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr können Menschen, die mit ihrer Trauer nicht allein bleiben wollen ins Trauer-Cafe´ im Pfarrheim St. Lamberti mit Menschen zusammen kommen, die ihr Schicksal teilen. „In erster Linie geht es darum, dass niemand allein sein muss. Die Ehrenamtlichen wreden für den umgang mit den Trauernden speziell und fortwährend geschult, wollen nicht in erster Linie therapieren. Aber werden immer und für jeden ein offenes Ohr haben”, betont Giavarra. Einen ersten Eindruck verschaffte sich die Gruppe bei einem Besuch im Trauer-Cafe´ in Gelsenkirchen-Horst. „Das Angebot wird dort sehr gut angenommen. Das stimmt uns zuversichtlich.” Giavarra ist überzeugt, dass sich das Trauer-Cafe´ auch in Gladbeck etablieren wird.
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