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Das Pflichtfach: Public Relations

03.01.2012 | 14:57 Uhr
Das Pflichtfach: Public Relations
Die alljährlichen Anmeldezahlen entscheiden auch über die weiteren Perspektiven der Schulentwicklung an den einzelnen Standorten. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool / Archiv

Gladbeck.  Auch Mama und Papa geraten hier schnell ins Staunen: „Bitteschön, unsere Schul-Infomappe!“ „Bitteschön, hier gibt’s Chemie zum Ausprobieren!“ „Bitteschön, unsere Schul-Muffins!“ Die weiterführenden Gladbecker Schulen haben in geradezu atemberaubender Weise in Sachen PR und Werbung dazugelernt.

Besonders deutlich wurde das wieder Ende 2011, als die drei innerstädtischen Gymnasien jeweils an einem Samstag zu ihren äußerst gut besuchten Mitmachtagen für Viertklässler einluden. Wie heißt es doch so schön im Info-Blatt des Riesener-Gymnasiums: „Keine Angst vor dem Übergang!“

Ja, die i-Dötzchen-Zahlen sinken auch in Gladbeck kontinuierlich, und die Konkurrenz um gute Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen wächst - und diese Entwicklungen spiegelt sich in besonderer Weise in den zahlreichen Bemühungen um die Grundschul-Absolventen.

Ein Blick auf die Programme der gymnasialen Mitmachtage 2011 zeigt, welch beachtliches und professionell präsentiertes Infopaket da geschnürt wird: Gelegenheit zum Unterrichtsbesuch, Rallye durch die Schule, Parcours der Sinne, Mathe-Theater, Chemie, Physik und Biologie zum Ausprobieren, Kunst selbst gemacht, ein Englisch- und Mathe-Schnelltest inklusive Siegerehrung mit Diplom und kleinem Sachpreis.

SCHULEN
Werben um Kinder und Eltern

Auch an den Grundschulen haben längst moderne Werbe- und Kommunikationsmethoden Einzug gehalten. Umfassende Informations-Abende für die Eltern, informative Faltblätter und teils regelmäßige E-Mail-Newsletter gehören auch dort längst zum Angebot.

Schulische Werbung kommt an: Vom bilingualen Unterricht bis zu MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) - mehrere hundert Familien besuchten alles in allem allein Ende 2011 die Schnuppertage an den drei innerstädtischen Gymnasien.

Ein solcher Samstag verlangt vollen Einsatz von den Anbietern, aber auch von Viertklässlern und Eltern, zumal die meisten Familien keinen der drei gymnasialen Infotage ausließen.

Teils haben die Schulen - und das gilt nicht nur für die Gymnasien - sogar bereits eigene Pressesprecher und PR-Manager benannt. Eine Pressekonferenz im Schulleiter-Büro wird heutzutage top-professionell organisiert.

Punkt 10 in der Rallye: „Wie lautet der Spitzname unseres Schulleiters?“

Um gute Public Relations zu erhalten, sind auch werbewirksame Themen erlaubt, die früher so wohl kaum denkbar waren. Da hieß es im November bei der Rallye im Ratsgymnasium etwa im Fragebogen unter Punkt 10: „Wie lautet der Spitzname unseres Schulleiters?“

Und längst ist auch die verlässliche Nachmittags-Betreuung ein wichtiger Werbefaktor, der zählt. „Gesellschaftliche Rahmenbedingungen ändern sich“, heißt es zum Beispiel im entsprechenden Infoblatt des Heisenberg-Gymnasiums. „Viele Eltern sind ganztägig berufstätig und möchten ihre Kinder auch am Nachmittag in der Schule angemessen betreut und gefördert wissen.“ Und die Familien vergleichen recht genau, wie auch eine kleine WAZ-Stichprobe zeigte. Wo liegen die Stärken der jeweiligen Schulen? Wie wirkt die Schul-Atmosphäre? Was sagen die Bekannten?

Weitere Schnupperangebote für Viertklässler gibt es nun auch noch im Januar an den weiterführenden Schulen - schließlich stehen die Anmeldungen unmittelbar bevor. . .

Michael Bresgott

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