Das Jogging bei winterlichen Temperaturen nicht übertreiben

„Endlich mehr Sport treiben“, steht oftmals ganz oben auf der Vorsatz-Liste für 2015 – die zahlreichen bunt gekleideten Läufer in den hiesigen Naherholungsgebieten sind ein Beleg dafür. Das Problem: „Viele übertreiben es gleich zu Beginn, verlangen ihrem eher untrainierten Körper zu viel ab“, weiß die Gladbecker Apothekerin Dorothee Pradel, Sprecherin der Apothekerschaft im Kreis Recklinghausen.

„Wer zu schnell vom Couch-Potato zum Marathon-Läufer werden will, bekommt ziemlich zügig die Quittung.“ Im besten Fall ist das ein ordentlicher Muskelkater, der aber zumeist nach spätestens fünf Tagen wieder abgeklungen ist. „Doch wer untrainiert bei winterlichen Temperaturen auf seiner Laufstrecke Vollgas gibt, fängt sich auch häufig eine Erkältung ein“, sagt Pradel, „dann liegen die guten Vorsätze erst einmal flach.“ Apothekerin Pradel erklärt, worauf man gerade beim Sport im Winter achten muss: „Im Winter trocknet viel kalte Luft die Schleimhäute aus und bringt Kälte in die Atemwege. „Deshalb sollte man durch die Nase einatmen, um die Luft aufzuwärmen. Schützt man Mund und Nase dazu noch mit einem Multifunktionstuch oder Schal, ist man für den Bereich schon bestens gerüstet.“ Trotzdem sollte man nicht zu viel Tempo machen.

Viele Läufer sind bei kalten Temperaturen schlichtweg zu schnell unterwegs. Auf keinen Fall sollte man auf eine Mütze verzichten, so Pradel, „denn rund 40 Prozent der Wärme gehen über den Kopf verloren.“ Vielen helfe eine Thermosohle in den Laufschuhen gegen kalte Füße. Zudem sei gerade im Winter der richtige Einsatz von Funktionskleidung wichtig: „Von der Unterwäsche bis zur Windjacke sollten die Materialien den Schweiß nach außen leiten.“ Baumwolle sei ungeeignet.

Hat es einen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt, „muss man die guten Vorsätze wohl oder übel auf Eis legen und sich in Ruhe auskurieren“. Wer einen grippalen Infekt nicht richtig auskuriere, riskiere eine Herzmuskelentzündung“, so Pradel.