Was die Kartoffelsuppe von Familie Rathcke bärenstark macht

Das isst der Pott Gladbeck - Folge 5

In der vierten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Anneliese Rathcke besucht. Die gebürtige Gladbeckerin wohnt seit einiger Zeit in Kirchhellen.
Di, 19.05.2015, 11.43 Uhr

In der vierten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Anneliese Rathcke besucht. Die gebürtige Gladbeckerin wohnt seit einiger Zeit in Kirchhellen.

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Was wir bereits wissen
Anneliese Rathcke begeistert ihre Töchter bis heute mit ihrer Suppe. Dem Klassiker aus dem Revier hat die Hausfrau eine besondere Würze verliehen.

Gladbeck/Bottrop.. Mütter, die als Familienmanagerinnen gut eingespannt sind, kennen das: Oft ist die Zeit für großartige Küchenzaubereien knapp – was dem hungrigen Nachwuchs indes völlig wurscht ist, wenn die lieben Kleinen vom Kindergarten oder der Schule mit knurrenden Bäuchen heimkehren. Anneliese Rathcke hat als Lösung einige schnelle und schmackhafte Magenfüller in ihrem Rezeptbuch gesammelt. Darunter eines mit dem Titel: Mutti’s Kartoffelsuppe - „Bärenstark“.

WAZ-Serie Was das an sich unspektakulär klingende Gericht besonders mache, sei eine raffinierte und würzige Zutat, erklärt die gelernte Bankkauffrau. Die simple Zubereitung sei auch absolut junggesellengeeignet und mit Erfolgsgarantie vielfach erprobt, verspricht Anneliese Rathcke.

Zum einen seien ihre beide Töchter Patricia (25) und Julia (27) „damit groß geworden. Und obgleich beide längst erwachsen sind, ist es bis heute eines ihrer Lieblingsgerichte und wirklich schnell gemacht“, erzählt die heute 65-Jährige. Zum anderen habe sie damals in der Minigruppe, als der Nachwuchs noch klein war, mit den Müttern Rezepte ausgetauscht, „und alle waren von der bärenstarken Kartoffelsuppe begeistert“.

Von der Mutter gelernt

Das Grundrezept habe sie von ihrer Mutter gelernt, berichtet die gebürtige Gladbeckerin, die heute in Kirchhellen wohnt. Ihre Kartoffelsuppe ist ohne Frage ein richtiger Revier-Klassiker, da der Großteil der Zutaten wie Möhren, Lauch und Kartoffeln ja einst direkt in vielen Gärten hinterm Zechenhaus angebaut wurde. „Mein Vater war Bergmann auf Moltke ¾“, erzählt Anneliese Rathcke, derweil sie routiniert Kartoffeln schält und die Möhren raspelt, denn letzteres gebe auf dem Teller später „ein schöneres Bild“.

Für den herzhaften Geschmack sei freilich eine weitere wichtige Zutat nötig: Suppenspeck. Sie achte darauf, dass der schön mager ist, der dann gewürfelt in die Suppe wandert. „Die Schwarte trenne ich zuvor am Stück ab, damit sie nach dem Kochen wieder aus der Suppe genommen werden kann.

Salz verwende sie auch nur verhalten, „da ja der Speck selbst Würze an das Gericht abgibt“. Apropos Würzen. Hier kommt die „geheime“, bärenstarke Zutat ins Spiel. „Ich verwende als Zutat Vegeta-Würzmischung. Eine Gemüsebrühe, die aus Kroatien stammt aber auch hier in großen Supermärkten erhältlich ist.“ Glatte Petersilie wird vor dem Auftragen auf die fertige, pürierte Suppe gestreut, die mit leckerem Bauernbrot serviert wird.

Schon klingelt es an der Tür. Tochter Patricia schaut mit ihrem Freund im Schlepptau vorbei. Ihre für die WAZ-Serie zubereitete Lieblingssuppe wollte sich die Studentin nicht entgehen lassen.

Und so geht’s: Die bärenstarke Kartoffelsuppe

Die Zutaten:

1,5 Kilo Kartoffeln
1-2 Stangen Lauch
250 g Möhren
2 Streifen Räucherspeck
Vegeta Gemüsebrühe
6-8 Bockwürstchen

Die Kartoffeln schälen, klein schneiden und gar kochen. Den kleingewürfelten Speck in der Pfanne mit etwas Öl auslassen (Schwarte mitbraten). Lauch waschen, fein schneiden, zum Speck geben und einige Minuten weiter dünsten. Mit etwas (Vegeta)Brühe ablöschen.

Die Möhren waschen, fein raspeln und in der Pfanne mitgaren. Das Kartoffelwasser in ein Gefäß abschütten. Dabei etwas Wasser zum pürieren (Handmixer, Pürierstab) der Kartoffeln zurückbehalten. Das Gemüse in den Topf zu den pürierten Kartoffeln hinzugeben, mit Kartoffelwasser auffüllen und vermischen. Die Bockwürstchen in dünne Scheiben schneiden und alles im Topf noch etwas köcheln lassen. Suppe im Teller mit Petersilie servieren.