Eintopf gibt’s bei den Herholds schon seit über 40 Jahren

Das isst der Pott Gladbeck - Folge 4

In der fünften Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Hildegard Herhold besucht.
Di, 19.05.2015, 14.04 Uhr

In der fünften Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Hildegard Herhold besucht.

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Was wir bereits wissen
Gut Bürgerliches kommt bei Hildegard und Hans-Günther Herhold aus Gladbeck auf den Tisch. Die erwachsenen Kinder kommen gern zum Essen vorbei.

Gladbeck.. Zugegeben, mit ein wenig Stirnrunzeln bereitet sich der Autor dieses Textes auf seine „Kochaufgabe“ in Schultendorf vor. Bohneneintopf steht auf dem Speiseplan. Das klingt zunächst nicht ungewöhnlich, doch die Zutatenliste mit Rind- und Schweinefleisch aus der Dose stößt nicht auf große Begeisterung.

Denn „was der Bauer nicht kennt, isst er nicht.“ Doch das zählt alles nicht: Für die WAZ-Serie „Das isst der Pott“ werden auch ungewöhnliche Zutaten probiert. Vorab darf verraten werden: Alles halb so wild, es schmeckt!

WAZ-Serie Gut bürgerlich wird im Hause Herhold gegessen. Hildegard (79) und Hans-Günther (90) lieben das Deftige. Dass also die Wahl auf einen Eintopf fällt, kommt nicht von ungefähr. „Über 40 Jahre koche ich meinen Bohneneintopf schon“, erklärt Hildegard Herhold. Einst bekam die Gladbeckerin das Rezept von der eigenen Mutter beigebracht. „Da war jedoch Schinken mit drin, und das schmeckte nicht.“ Kurzerhand wurde das Rezept dann mit Dosenfleisch verfeinert. „Sieht aus wie Hundefutter“, muss Hildegard Herhold schmunzelnd zugeben. „Aber es schmeckt, am zweiten Tag sogar noch viel besser. Dann ist es besser durchgezogen.“

"Mama, machst du mir das grüne Zeugs?"

„Bei den Kindern und in der Familie ist dieses Gericht ein echter Klassiker“, erklärt Hans-Günther Herhold und zeigt auf ein Familienfoto mit dem Nachwuchs. Die Drei sind mittlerweile erwachsen und wohnen außer Haus: „Mama, machst du mir das grüne Zeug, heißt es dann“, erzählt Hildegard.

Na klar, da lässt sie sich nicht zwei Mal bitten. Wenn es zum sonntäglichen Familienessen ’mal nicht den geliebten Bohneneintopf gibt, werden auch gerne die „Filetspitzen indonesisch à la Hans-Günther“ oder Rotkohl mit Klößen und natürlich ein wenig Fleisch serviert.

Das isst der Pott Beim Essen wird indes über allerlei gequatscht. Auch über die WAZ-Vergangenheit der Herholds. Ein dicker Ordner auf dem Küchentisch verrät, dass die Gladbecker einst ein Dauerbrenner in der Lokalsport-Berichterstattung waren.

Die Herholds sind herausragende Tanzpioniere. 1984 feierte das Ehepaar im Standardtanz die Westfalenmeisterschaft. „Heute schwofen wir nur noch“, blickt Hildegard ihren Mann Hans-Günther noch immer verliebt an. „Mensch, wie die Zeit vergeht, Hans-Günther. Erinnerst Du dich noch an diesen Abend?“, fragt sie ihren Gatten und zeigt auf eines von hunderten Fotos in der Tanz-Chronik.

Apropos Zeit: Die vergeht bei den Herholds wie im Flug. Weil es zu jedem Bild eine kleine Geschichte gibt, sitzen wir noch lange nachdem der Teller leer gegessen ist. Lecker und heimelig war es bei den Herholds. Von anfänglicher Skepsis gegenüber Zutaten und Speiseplan ist nach diesem wunderbaren Mittag keine Spur mehr.

Und so geht’s: Der Bohneneintopf

Die Zutaten (für vier Personen)

1 Kilo Kartoffeln

Dose Brechbohnen

1 Dose Rindfleisch

1 Dose Schweinefleisch

2 – 3 Zwiebeln

etwas Brühe, Pfeffer,Salz

50 g Margarine, Bohnenkraut

Die Kartoffeln schälen und klein schneiden (in Würfel) und in Salzwasser kochen. Zwiebeln ebenfalls klein schneiden und in der Pfanne mit der Margarine goldgelb dünsten.

In einen großen Kochtopf die gekochten Kartoffeln, die Brechbohnen, die gedünsteten Zwiebeln, das Rindfleisch (klein geschnitten) aus der Dose, das Schweinefleisch (klein geschnitten) aus der Dose geben und mit etwas Instantbrühe auffüllen. Mit Pfeffer, Salz und Bohnenkraut würzen.

Nach Bedarf noch 1 – 2 Tassen Wasser zugeben (falls die Masse zu wenig Flüssigkeit hat) und alles auf kleiner Flamme noch 20 Minuten köcheln lassen. Hin und wieder umrühren – es kann anbrennen(!)