Eine Reispfanne mit Schinken und knackigem Gemüse

Das isst der Pott Bottrop - Folge 7

In dieser Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Renate Gohr-Malinowski besucht.
Di, 09.06.2015, 16.13 Uhr

In dieser Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Renate Gohr-Malinowski besucht.

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Was wir bereits wissen
Die Zutaten für Renate Gohr-Malinowskis Gericht kommen aus eigenem Anbau. Sie wachsen auf dem Balkon des Bottroper Ehepaares.

Bottrop.. Die Eieruhr in der Küche: blau-weiß. Das Windspiel an der Balkonbrüstung: blau-weiß. Der Gartenzwerg neben dem kleinen Gewächshäuschen: natürlich königsblau-weiß. Selbst ein Blinder wüsste, dass er sich bei Renate Gohr-Malinowski im Haushalt einer waschechten Schalkerin befindet – spätestens wenn aus der Eieruhr das Schalker Vereinslied ertönt. Stadion-Futter kommt bei der gebürtigen Gelsenkirchenerin jedoch selten auf den Tisch. „Es muss schmecken, als würde es aus dem Biogarten kommen“, sagt sie. Und der befindet sich schließlich direkt auf ihrem Balkon.

Das isst der Pott Seit die 61-Jährige nicht mehr als Pflegedienstleiterin im Bottroper Marienhospital arbeitet, hat sie genügend Zeit, ihr eigenes Frische-Sortiment – von Tabasco bis Tomaten – anzupflanzen. Natürlich wachsen auf dem Bio-Balkon der seit 20 Jahren in Bottrop lebenden Hobby-Köchin auch die Zutaten für das Lieblingsgericht von ihr und ihrem Mann, ihrer Paprika-Reispfanne mit zweierlei Schinken in würziger Tomatensoße.

„Das Rezept habe ich von meiner Schwester, die in Oldenburg auf dem Land lebt“, verrät sie. Von ihr hat Gohr-Malinowski auch jegliche Tipps für den eigenen Anbau. „Sie hat einen grünen Daumen und ist eine Künstlerin in der Küche.“

Alternative zur gefüllten Paprika

Ihre Schwester lebt zusammen mit Ehemann, Tochter, Schwiegersohn und drei Enkeln – und kocht oft für alle mit. „Da muss es schnell gehen.“ Die Reispfanne kommt da wie gerufen. In rund 25 Minuten steht sie auf dem Tisch. Geboren wurde das Rezept als Alternative zur gefüllten Paprika. „Ihr Enkel isst die nicht gerne. Da hat meine Schwester die Paprika einfach klein geschnitten“, erzählt Gohr-Malinowski. „Dann mochte er es.“

WAZ-Serie Auch ihr selbst schmeckt das Gemüse lieber geschnippelt. „Im Ofen werden gefüllte Paprika schnell labbrig. Bei mir muss es immer bissfest und knackig sein.“ Auch klumpiger Reis muss bei ihr nicht sein, was nicht zu lange kocht, schmeckt ja schließlich auch nach mehr. Fatal wäre es, würde der Schinken seinen rauchigen Geschmack beim Brutzeln verlieren statt auf den Reis ausbreiten.

Außerdem eine Regel der Küchenchefin: Nur eine Sorte Paprika ist verboten. „Es soll schön bunt sein“, sagt sie. Als Hobby-Fotografin isst das Auge bei Gohr-Malinowski stets mit. Ein Gericht kann optisch aber noch so viel hermachen, wenn ihr Mann beim Kosten nicht anerkennend den Daumen hebt. Allerdings fällt bei ihm selten etwas durch. „Ich habe einen Heidenspaß, wenn er sagt: Das war wieder etwas!“ Bei der Reispfanne reibt „Gourmet“ Malinowski seinen Bauch auch am Folgetag – dann schmeckt sie auch wunderbar kalt als Salat.

Und so geht’s: Die Paprika-Reispfanne

Zutaten (für vier Personen)

1 Zwiebel
2 große Paprika, rot/grün
3 Scheiben Kochschinken
3 Scheiben Schwarzwälder
2 Beutel Reis
2 EL Gemüsebrühe
3-4 EL Tomatenmark
Petersilie nach Belieben

Wasser für den Reis aufsetzten und Paprika, Zwiebeln und Schinken in Würfel schneiden. Erst die Zwiebeln in eine Pfanne geben und anbraten. Nicht braun und glasig werden lassen. Reis in kochendes Wasser geben und nach Anleitung abkochen.

Zweiten Topf mit 250 ml Wasser für die Soße aufsetzten. Zwei Gemüsebrühenwürfel ins kochende Wasser geben. Tomatenmark dazu und mit Salz, Pfeffer und Edelsüßpaprika nach Geschmack würzen. Schinken zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und maximal fünf Minuten auf Herdstufe vier braten lassen. Paprika dazu geben. Wasser vom Reistopf abgießen und Reis in die Pfanne kippen. Soße drübergießen und nach Bedarf Petersilie hinzugeben.