ChorWerk Ruhr präsentiert geistliche Musik der Extraklasse

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Innovativ, emotional, extravagant und expressiv – so lassen sich die Auftritte des ChorWerks Ruhr charakterisieren. Das bekannte und exquisite Vokalensemble war am Sonntag zu Gast im Martin Luther Forum Ruhr und glänzte mit einem stimmgewaltigen Auftritt zwischen Tradition und Moderne.

„Gitanjali Nr. 100“ ist der Höhepunkt

„Geistliche Musik“, so heißt es im Programmheft, bewege „sich ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation“. Die „Songs of Farewell“ (1916 bis 1918) von Charles Hubert Perry wurden mit ihrer gregorianischen Melodie ebenso dieser Definition gerecht wie der ChorWerk Ruhr-Kompositionsauftrag „Gitanjali Nr. 100“ aus der Feder des Regensburgers Hans Schanderl. Die Uraufführung bildete den Höhepunkt des ausdrucksstarken Konzerts. Eine Mischung aus Ruhe und besonderer Reizsetzung durch moderne Stilmittel – beispielsweise Glissandi und Cluster – verschafften dem Auditorium ein außergewöhnliches Vokalspektakel.

Das ChorWerk Ruhr unter der Leitung von Florian Helgath verzauberte das Publikum zum Abschluss mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Drei Psalmen op. 78“ (1844). Her­ausragende Intonationsreinheit, große Artikulationskunst und eine starke Akzentuierung versetzten die Zuhörer in einen herausragenden Klangrausch.

Jenseits der Alltäglichkeit

Zweifelsfrei war es ein Nachmittag der Superlative. Dirigent Florian Helgath leitet nun schon seit drei Jahren das ChorWerk Ruhr und verstand es einmal mehr, seine 32 Schützlinge perfekt aufeinander abzustimmen und auf den Ton genau zu verbinden. Auffallend waren besonders die variable Rhythmik bei gleichzeitiger Präzision. Es war ein Konzert jenseits alltäglicher und starrer Kirchenmusik.