CDU sucht Vorschläge für Sozialpreis

In Mitte Ost wurde eine Straße nach Johann Harnischfeger benannt.
In Mitte Ost wurde eine Straße nach Johann Harnischfeger benannt.
Foto: Joachim Kleine-Büning
  • Den mit 1000 Euro dotierten Johann-Harnischfeger-Preis ruft die CDU nach acht Jahren wieder ins Leben
  • Bürger können ihre Vorschläge für einen möglichen Preisträger in der CDU-Geschäftsstelle abgeben
  • Johann Harnischfegers Ziel Ziel war es, Gutes zu tun für das Zusammenleben der Menschen

Gladbeck..  Zum zehnten Mal verleiht die CDU am 3. Dezember im Pfarrheim von St. Lamberti den mit 1000 Euro dotierten Johann-Harnischfeger-Sozialpreis. Zuvor können die Bürger Preisträger-Vorschläge per Mail, Post oder Telefon an die CDU-Geschäftsstelle einreichen. Die Verleihung ist eine Neuauflage. Stadtverbandsvorsitzender Dietmar Drosdzol: „Acht Jahre haben wir die Verleihung ausgesetzt, aus Mangel an Bewerbern. Jetzt ist die Zeit reif, den Preis wieder aufleben zu lassen.“

Harnischfeger zählt zu dem Kreis namhafter Gladbecker, die sich um ihre Stadt verdient gemacht haben. Seit 1996 ist auch eine Straße im Neubaugebiet Bloomshof in Mitte-Ost nach dem Politiker benannt. Der berühmteste Politiker der heimischen CDU bestimmte in der Nachkriegszeit die politischen Geschicke der Stadt mit. Drosdzol: „Johann Harnischfeger packte an, wurde aktiv, löste Probleme da, wo er meinte, dass der ,Herrgott ihn, gerade ihn brauche’.“ Mit dem Sozialpreis will die CDU deshalb dem Lokal- und Bundespolitiker Harnischfeger ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Politiker, der 1984 starb und mit dem Bundesverdienstkreuz und der Stadtplakette geehrt wurde, war gebürtiger Osthesse (1899). Er gehörte zu den Mitbegründern der CDU in Gladbeck, war Bürgermeister und vertrat über drei Wahlperioden von 1953 bis 1965 als direkt gewählter Abgeordneter (MdB) den Wahlkreis Gladbeck/Bottrop.

Notleidende und Hilfesuchende

Als Gewerkschafter – Mitglied seit 1914 – war Harnischfeger sehr sozial engagiert. Der Gewerkschaft blieb er über alle politischen Gegensätze hinweg treu, verteidigte stets die Einheitsgewerkschaft als Organisationsform.

Die entsprechende Prägung erhielt das älteste von sieben Kindern in seinem Elternhaus. Eigene Not und Mangel machten ihn offen für die Not anderer, ließen ihn Solidarität suchen und Hilfe geben. Bereits in jungen Jahren wurde der gelernte Maurer Kolpingbruder. Er trat der KAB bei, leistete dort eine vielfältige Verbandsarbeit, zuletzt im Diözesanbeirat.

Seine Ämter – CDU-Vorsitz, Bundestags- und Ratsmandat, Bürgermeisteramt – waren ihm Verpflichtung gegenüber seinen Nächsten. Dieser Nächste war für ihn in erster Linie der sozial Benachteiligte, der Notleidende, der Hilfesuchende, heißt es in einer Chronik zum Sozialpreis. Sein Ziel war es, Gutes zu tun für das Zusammenleben der Menschen, und die Möglichkeit zu haben, etwas mehr Gerechtigkeit zu schaffen.

Angesprochen auf den Konflikt zwischen Familie und Politik, antwortete Johann Harnischfeger einmal: „Ich versuche, meiner Familie nach besten Kräften gerecht zu werden. Aber ich habe doch die Verpflichtung, mit meinen mir vom Herrgott gegebenen Begabungen und in meiner Position den Schwachen zu helfen.“

Träger des Johann-Harnischfeger-Sozialpreises waren in den vergangenen Jahren unter anderem der Sozialdienst Katholischer Frauen (1994), der Kinderschutzbund (1996), die Lebenshilfe für geistig Behinderte (2000), die Frauenberatungsstelle (2002) oder auch die Werkstatt für Behinderte (1990).

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