CDU redet klare Kante und wirft SPD unklare Haltung vor

Geplantes Autobahnkruez - Computersimulation./WAZ FooPool
Geplantes Autobahnkruez - Computersimulation./WAZ FooPool
Foto: Stadt Gladbeck
Was wir bereits wissen
Parteivorstand der CDU schließt sich der Forderung der SPD-Marl für einen kompletten Autobahn-Ausbau an - dann aber mit Tunnel.

Gladbeck..  Die Gladbecker CDU bezieht Stellung zur Diskussion um den Ausbau der B 224 zur A 52 und bekräftigt ihre Haltung für einen kompletten Autobahnausbau von Essen-Nord bis Gelsenkirchen-Buer. Voraussetzung dafür sei jedoch ein möglichst langer Tunnel, der die berechtigten Interessen der betroffenen Gladbecker Bürger schütze.

Diese Position, so der Parteivorstand Peter Rademacher und Dietmar Drosdzol, habe die CDU sowohl vor als auch nach dem Ratsbürgerentscheid vertreten. „Die CDU ist davon überzeugt, dass nur ein Ausbau der Bundesstraße der Emscher-Lippe-Region helfen kann, nicht mehr das Armenhaus Deutschlands zu sein.“

Zwar sei auch die CDU wie die große Mehrheit der Parteien in Gladbeck der Meinung, dass der aktuelle Groschek-Plan entschieden abzulehnen ist (Appell des Rates vom 18. September). Ein Autobahnkreuz mit einer sich dann anschließenden völlig unterdimensionierten B 224 Richtung Marl könne nicht im Interesse der Gladbecker Bürger sein.

Mit Blick auf den Ratsbürgerentscheid in 2012 erinnert die CDU jedoch daran, dass sich damals immerhin 45 Prozent für den Ausbau ausgesprochen haben. Es seien also keinesfalls alle Gladbecker gegen den Ausbau gewesen. Auch deshalb spricht die Partei dem Bürgerforum Gladbeck ab, in seiner ablehnenden Haltung einen Alleinvertretungsanspruch der Bürger in Anspruch nehmen zu können und im Namen der Gladbecker zu sprechen. „Dieses weisen wir strikt zurück.“ Auch eine noch so intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nur um eine kleine Gruppe handele.

Deutliche Worte äußert die CDU auch in Richtung der SPD und Bürgermeister Ulrich Roland. Deren Haltung sei „sehr bedauerlich“, die SPD drücke sich seit Monaten vor klaren Aussagen. Es handele sich keineswegs um ein Phantomdiskussion (so MdL-Hübner). Und es nütze niemandem, wenn man nicht müde werde, „den eigenen SPD-Minister zu beschimpfen, wie Herr Roland dies bevorzugt“. Das bringe dem Bürgermeister zwar Sympathiepunkte in Teilen der Bevölkerung ein, nütze aber nichts in der Sache. Ohne intensiven Dialog mit den entscheidenden Personen in Bund und Land werde sich nichts zum Positiven für Gladbeck ändern. Auf ein Angebot der CDU zur Zusammenarbeit habe die SPD nicht geantwortet.

Die CDU schließt sich daher uneingeschränkt der Aufforderung der SPD Marl an die Gladbecker Parteifreunde und den Bürgermeister an, sich für den kompletten Ausbau der B 224 von Essen-Nord bis Gelsenkirchen-Buer auszusprechen – mit umfassenden Schutz für die Gladbecker Bevölkerung.