CDU-Ratsfrau weist Ditib-Vermutung zurück

Die Diskussion über das Ramazan-Fest und den CDU-Vorschlag für ein „Fest der Kulturen“ stattdessen, setzt sich fort. Die Vermutung der Ditib-Moscheegemeinde, dass der Vorschlag von Ratsfrau Dreessen persönlich motiviert und gegen die Gemeinde gerichtet sei, weist Müzeyyen Dreessen entschieden zurück. „Es gibt weder seitens der CDU noch meinerseits eine Gegnerschaft zu dem Moscheeverein Ditib oder irgendeiner anderen muslimischen Gruppe. Ich habe auch keine Rechnungen offen“, betont die Ratsfrau, die sich von Mitte der 90er Jahre an zehn Jahre lang im Bereich Frauen-, Dialog- und Öffentlichkeitsarbeit für die Ditib-Gemeinde engagiert hatte. Dabei sei es ihr Bestreben gewesen, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zusammenzubringen und das Verstehen zu fördern.

Weil ein kritischer Diskurs in der Kopftuchfrage ab 2006 nicht mehr möglich gewesen sei, habe sie das Engagement beendet. Und „Anfang dieses Jahres bin ich auch wegen der Politisierung der Ditib ausgetreten“, so Frau Dreessen. Denn auch die Ditib-Gemeinde vor Ort habe sowohl beim türkischen Wahlkampf, in der Frage der Armenien-Resolution, dem Putschversuch und der anschließenden Demonstration in Köln kräftig mitgemischt. „Es befremdet mich und andere, wenn im Namen der Religion einseitig eine bestimmte türkische Partei ganz offen unterstützt wird und eine Moscheegemeinde zu Demonstrationen gegen ihre Kritiker aufruft.“

Traditionell würden im Islam religiöse Feste wie Ramazan- und Opferfest in den Familien und bei den Moscheegemeinden gefeiert. Zu einem Ramazanfest bei der Moschee könne man die Stadtgesellschaft ja einladen. Die über 100 Nationen in der Stadt jedoch könnten durch ein Fest der Kulturen sichtbar gemacht werden, z.B. in der bundesweiten interkulturellen Woche Ende September. Dreessen: „Ein solches Fest würde mehr zum Abbau von Vorurteilen und gegen Rassismus beitragen, als ein überwiegend von einer Herkunftsgruppe durchgeführtes religiöses Fest.“