CDU ändert Facebook-Eintrag

Bietet viel Aufenthaltsqualität: die umgebaute Hochstraße.
Bietet viel Aufenthaltsqualität: die umgebaute Hochstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Heftigen Gegenwind von Stadtspitze und Politik erntete die CDU wegen ihrer Kritik an der Bauausführung in der Innenstadt. Erhebliche Mängel schrumpfen zu optischen.

Gladbeck..  Per Dringlichkeitsantrag brachte Bürgermeister Ulrich Roland einen CDU-Beitrag auf Facebook ins Gremium. Anlass: Die Christdemokraten posteten im sozialen Netzwerk, dass sie bei einer Begehung des fertiggestellten ersten Bauabschnitts der Umgestaltung der Hochstraße „erhebliche Mängel“ festgestellt haben. Roland reagierte äußerst empört, schickte zunächst ein Schreiben auf den Weg.

Er spricht von einem „massiven Vorwurf gegen die bauausführende Firma und die Kollegen des Ingenieuramtes, die diese Arbeiten durchgeführt, überwacht und abgenommen haben“. Zudem führte er ein Telefonat mit CDU-Fraktionschef Peter Rademacher, bat darum, die CDU möge die Vorwürfe belegen. Roland: „Dies ist nicht erfolgt, stattdessen wurde der Facebook-Eintrag korrigiert.“

Gespräch mit Verwaltung suchen

Nun ist dort nur noch von „optischen Mängeln“ die Rede. „Ihr Vorgehen ist nicht von Anstand und Seriösität geprägt“, sagte Roland in Richtung Christdemokraten. Leichtfertig habe die CDU das Risiko in Kauf genommen, dass die Aufsichts- und Förderbehörde beim „fachterminologischen Ausdruck ,erheblich’, der Schadensersatzansprüche nach sich ziehen kann, drauf guckt“. Auch bringe ein solches Posting „eine völlig falsche Botschaft in die Stadtgesellschaft“.

Zudem sei der übliche Weg, zunächst das Gespräch mit der Verwaltung zu suchen. Dies sei auf vielfältige Weise möglich. Roland zur CDU: „Nennen Sie uns die Stellen, wir gehen ihnen nach.“ Konkret wurde Andreas Willmes (CDU) hier jedoch nicht. Er sprach zuvor eher allgemein von Gefälle in Richtung Geschäftseingänge, Wassereinfluss an einem Bodenstrahler, unterschiedlichen Kantenhöhen und abgebrochenen Schnittkanten. „Das ist uns aufgefallen und hat uns dazu gebracht, es öffentlich zu machen.“ Im Übrigen habe man ja das „erheblich“ korrigiert.

Grüne kritisieren falsche Herangehensweise der Christdemokraten

Trotzdem sei diese Art von Veröffentlichung, „als wäre etwas furchtbar schiefgelaufen, eine falsche Herangehensweise“, kritisierte der Grüne Mario Herrmann. „Das dient nicht der Sache, denn für die Innenstadt passiert etwas ganz Großes.“ Die Schimpfe mochte Christian Enxing (CDU) nicht so stehen lassen. Man sei in puncto Innenstadtumbau den ganzen Weg mitgegangen. „Nun machen wir etwas öffentlich und schon bricht die Welt zusammen.“ Aber doch nicht so, findet Roland. „Es auf diese Weise zu machen, erst von erheblich und dann nur von optisch zu sprechen, ist amateurhaft. Das haben Stadtverwaltung und Fördergeber nicht verdient.“

Stirnrunzeln erntete die CDU auch bei der Leiterin des Ingenieuramts, Sabine Brinkmann. Die war vor Ort und hat außer drei kleinen Dellen, Pflasterabsplitterungen, die sie fotografisch dokumentierte, nichts gefunden. Und das bei 3800 qm Fläche. „Da muss man schon mit der Lupe suchen.“

Sie wies zudem auf die fünfjährige Gewährleistung hin. Sollten bis 2019 also Mängel auftreten, werden diese von der Baufirma beseitigt. CDU-Mann Andreas Willmes nannte die fünfjährige Gewährleistung „eine neue Erkenntnis, die mir so nicht bekannt war“.