Caritas im Bistum soll auf Millionen verzichten

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Was wir bereits wissen
Da die Kirchensteuermittel um 20 Prozent sinken sollen, sind Kürzungen ab 2017 vorgesehen. Die Finanzierung von Beratungsangebote ist gefährdet.

Gladbeck..  Auf die Caritas im Bistum Essen kommen schwere Zeiten zu. Auf Grund der sinkenden Kirchensteuereinnahmen sollen auch die Zuschüsse an die örtlichen Caritasverbände sinken. 20 Prozent weniger Kirchensteuermittel haben sie ab 2017 zu erwarten. Betroffen von den Einsparungen wären vor allem die offenen Beratungsangebote wie die Ehe- und Familienberatung, die allgemeine Sozialberatung, Kinder- und Jugend- und Flüchtlingsberatung oder teils auch die Hospizarbeit.

Schätzungsweise fünf bis sieben Prozent der Aufgaben der Caritas wären von den beschlossenen Kürzungen betroffen. Immerhin haben die Caritasverbände zwei Jahre Zeit, um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen und die Erträge zu steigern. Überlegt werden muss in diesem Zusammenhang auch, ob frei werdende Stelle neu besetzt werden.

Ursprünglich sollten die Einsparungen bereits ab 2015 greifen. Dass in den kommenden zwei Jahren nun doch noch nicht (so stark) gespart werden muss, liegt an der „Schwankungsreserve“, aus der man 2015 und 2016 Mittel entnehmen werde. Bis 2017 ist dieser Topf aber gänzlich aufgebraucht, so der Caritasverband .

Die Caritas im Bistum erhielt im letzten Jahr noch 15,8 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Dieser Betrag sinkt bereits in diesem Jahr um eine Million Euro (6,7 Prozent) und soll dann 2016 auf 12,5 Millionen Euro gekürzt werden. Damit reduzieren sich die Zuschüsse im Vergleich zu 2014 um 3,3 Millionen Euro oder 21,6 Prozent. Weitere Kürzungen sind offenbar nicht ausgeschlossen, denn in der Presseerklärung der Caritas heißt es auch: „Im Jahr 2017 werde dann über den Zuschuss für 2018 entschieden.“

Eine Delegiertenversammlung hat eine Resolution verabschiedet, in der sie Bischof Overbeck bittet, die Kürzungen zu überdenken. Die Kirchensteuermittel für die Caritas fließen zu 80 Prozent an die zehn Ortsverbände im Bistum. Im übrigen habe das Bistum 2013 mehr Kirchensteuern eingenommen. Dennoch will man die nächsten zwei Jahre auf Bistumsebene nutzen, ein Spar-Konzept zu entwickeln und die Neuaufstellung der Caritas zu planen.