Bürgerforum legt nach den Ferien umfassendes A-52-Papier vor

Das Bürgerforum sieht in der Autobahn 43 eine wichtige Alternative für den Lkw-Fernverkehr
Das Bürgerforum sieht in der Autobahn 43 eine wichtige Alternative für den Lkw-Fernverkehr
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Bürgerforum Gladbeck feilt derzeit an einer besonderen Veröffentlichung zum Thema 52, die wahrscheinlich im September offiziell vorgestellt wird.

Gladbeck..  Das Bürgerforum Gladbeck wird nach den Ferien ein umfassendes Positionspapier zur A 52 vorlegen. „Wir wollen nicht nur gegen die Autobahn sein, sondern Alternativen bieten“, sagt Vorsitzender Matthias Raith.

Das ausführliche Positionspapier befindet sich derzeit noch in Arbeit, hat aber bereits schon eine Länge von rund 60 Seiten erreicht und trägt den Arbeitstitel: „Plädoyer für eine bessere Mobilität auf der Nord-Süd-Verbindung zwischen Marl, Gladbeck, Bottrop und Essen als Alternative zum Bau von Teilstücken einer A 52“.

Länge und Titel des Papiers machen deutlich, dass das Bürgerforum hier mit einem ganzheitlichen Anspruch ans Werk geht: Alle Aspekte des Autobahnthemas sollen angesprochen werden; und vor allem sollen vom öffentlichen Nahverkehr bis zu den Möglichkeiten einer Umleitung des Lkw-Fernverkehrs alle Alternativen zum Autobahnausbau dargelegt und aus Sicht des Bürgerforums im Detail erläutert werden.

„Wir beabsichtigen, das fertige Plädoyer breit zu streuen, um bei der bevorstehenden, in der Bundesrepublik erstmalig durchgeführten öffentlichen Kampagne zum Bundesverkehrswegeplan (2. Jahreshälfte 2015) eine positive, proaktive Position zu beziehen“, erläutert Bürgerforum-Vorsitzender Raith das Vorgehen. Zudem sollen alle wesentlichen Akteure mit einbezogen werden; das Bürgerforum will sein Plädoyer gegen die A 52 bis zum Frühherbst auf eine breite soziale Basis stellen.

Stadtverträgliche Lösung

„Ein Abschiednehmen vom Mythos A 52 hat nichts mit Verhinderungspolitik oder gar Technik- bzw. Wirtschaftsfeindlichkeit zu tun“, heißt es im Entwurf zum Positionspapier. Ein solches Abschiednehmen sei ein Befreiungsschlag „für zukunftsorientierte, positive Verkehrsgestaltung im Interesse aller Beteiligten. Bei richtigem Zusammenwirken einschließlich einer fairen Mediation mit den Bürgern und Betrieben der Region kann die regionale Nord-Süd-Verbindung endlich den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen angemessen neu gestaltet werden. Das dient insbesondere auch den Interessen der Wirtschaft.“

Das Bürgerforum lässt keinen Zweifel daran, dass zu einer solchen angemessenen Lösung eine stadtverträgliche Gestaltung der B-224-Trasse auf Gladbecker Gebiet gehört und weist unter anderem auch auf das Dortmunder Modell hin, wo es gelungen sei, die Bundesstraße 1 im Dortmunder Stadtgebiet vom Lkw-Fernverkehr zu befreien.

Nach aktuellem Zeitplan wird das Papier wahrscheinlich im September offiziell vorgestellt.