Bürgerforum ging Spazieren gegen den A-52-Ausbau

Mit Luftballons gegen die Ausbaupläne -die Mitglieder des Bürgerforums und  weitere interessierte Teilnehmer auf dem „Dokumentarspaziergang“.
Mit Luftballons gegen die Ausbaupläne -die Mitglieder des Bürgerforums und weitere interessierte Teilnehmer auf dem „Dokumentarspaziergang“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Bürgerforum Gladbeck lud zum sechsten „Dokumentarspaziergang“ in den Wittringer Wald ein. Vor allem die Lärmbelastung war ein Thema.

Gladbeck..  Fünf Tage vor Ende der Widerspruchsfrist (20. Februar) gegen den Ausbau der A 52 bis zum Kreuz vor Wittringen gab sich das Gladbecker Bürgerforum noch einmal besondere Mühe, auf ihre Ablehnung dieser Pläne aufmerksam zu machen: Mit orangefarbenen Ballons und Seifenblasendosen in der Hand zogen gut 40 Mitglieder bei sonnigem Winterwetter los zu einem „Dokumentarspaziergang“ im Wittringer Wald.

Es war der sechste Spaziergang dieser Art mit dem Ziel, anhand von Bild- und Planunterlagen mögliche Konsequenzen des geplanten Ausbaus des Autobahnkreuzes (A2/A52) zu verdeutlichen und „möglichst viel Aufmerksamkeit zu erwecken“, wie Landschaftsplaner und zweiter Vorsitzender Stephan Müller erklärte.

Und das taten die rund 40 Aktivisten durchaus: Auf 19 Stationen rund um den Wittringer Wald schauten Jogger, Fahrradfahrer aber besonders Spaziergänger der versammelten Menschenmenge neugierig nach. Die Gruppe ließ sich davon nicht irritieren, lauschte den Erklärungen Müllers, der beispielsweise auf einer sogenannten Lärmkarte den circa 12,5 Quadratkilometer umfassenden Raum um das geplante Autobahndreieck demonstrierte. Bei einem Ausbau würde hier ein Tagesgrenzwert von über 60 Dezibel erreicht werden. „Das menschliche Ohr empfindet bereits einen Wert von über 40 Dezibel als störend“, erklärt der Gladbecker. Von Erholung in der freien Natur könne da keine Rede mehr sein.

Die Mitglieder des Bürgerforums muss er davon nicht groß überzeugen. Auch Aktivistin Edith Kerkhoff liegt das Wohl ihrer Stadt am Herzen. „Gladbeck ist eine familienfreundliche Stadt, aber wer will schon in einer Stadt wohnen, die von drei Autobahnen durchkreuzt wird und dann so laut ist?“

Zum Vergleich, wie die Situation von Straßen.NRW dargestellt wird, präsentiert Müller das dazu passende „Dokument“ aus den Planunterlagen: Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) in den Planunterlagen sieht für den Wittringer Wald keine erhebliche oder zumindest keine erwähnenswerte Lärmbelästigung gegeben.

Angekommen auf der Autobahnbrücke vor der Zufahrt zum Hotel Van der Valk werden die Dokumentarspaziergänger eines Besseren belehrt: Mit Spitzenwerten von über 85 dB ist diese Station mit „Abstand die lauteste und kann auf Dauer das Gehör schädigen“, erklärt Müller.

Dass diese Planung nicht im Interesse der Gladbecker sein kann, habe bereits der Ratsbürgerentscheid 2012 bewiesen. Man müsste im Grunde, so Stephan Müller, noch einmal ganz von vorn anfangen. Vielleicht alle Beteiligten an einen runden Tisch setzen.