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Bündnis für Courage legt neue Stolpersteine

16.02.2010 | 10:04 Uhr
Bündnis für Courage legt neue Stolpersteine

Gladbeck. Das Gladbecker Bündnis für Courage hat weiter recherchiert. Nachdem im vergangenen Jahr bereits 18 Stolpersteine in Gehwege eingelassen wurden, sollen nun weitere hinzukommen. Angehörige von Euthanasie-Opfern sind aufgerufen, sich zu melden.

Es sind vor allem gute Nachrichten, die die Mitglieder des Gladbecker Bündnisses für Courage bei ihrem Treffen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus verkünden können. In den vergangenen Monaten haben sie weiter den Schicksalen der von Nationalsozialisten verfolgten und getöteten Gladbeckern nachgespürt, haben Informationen über deren Leben zusammengetragen - und waren meist erfolgreich.

Sie sind bei der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem fündig geworden, haben in Wiedergutmachungsanträgen und anderen Akten gestöbert. Manchmal verliert sich die Spur, die Geburtsdaten variieren je nach Unterlage oder die Namensschreibweise ist unklar. In diesen Fällen heißt es: weiter suchen. Damit auch an diese Menschen, die Opfer des Nazi-Regimes wurden, erinnert werden kann.

Kontakt zu Angehörigen aufnehmen

Wie viele Stolpersteine genau also im Juli in die Fußwege eingelassen werden, kann das Bündnis für Courage noch nicht sagen, 16 werden es aber mindestens sein. Zwei Pflastersteine mit Messingplatten und Inschriften sind zum Beispiel Auguste und Samuel Preminger gewidmet, die an der Hochstraße lebten. Ihrem Sohn Bernhard gelang die Flucht in die Sowjetunion, 1989 kehrte er schließlich zurück. Pfarrer Martin Meier-Stier hat sich gemeinsam mit Schülern des Ratsgymnasiums mit der Geschichte der Familie beschäftigt. Ob es andere jüdische Schüler an dem Gymnasium gab und was mit ihnen geschehen ist, habe die Gruppe noch nicht herausfinden können. Falls jemand Kenntnis von weiteren jüdischen Schülern hat, solle er sich melden, bittet Martin Meier-Stein.

Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup, die die Aktion mitbetreut, hat noch ein anderes Anliegen. Sie hofft, dass auch Angehörige von Euthanasie-Opfern den Kontakt zu ihr aufnehmen, damit auch an ihr Schicksal erinnert werden kann (wir berichteten). Die Liste mit den Namen der Ermordeten liege bereits vor. „Es sind 50 Gladbecker Opfer, ein Großteil von ihnen war sehr jung.“

Um die Familien zu schützen, dürften die Namen aber nicht veröffentlicht werden. Bisher habe sich noch niemand gemeldet, sagt die Pfarrerin. Grund zur Beunruhigung ist das für Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup aber nicht. Sie ist zuversichtlich, dass einige Nachfahren anrufen werden. „Das braucht oft Zeit, sich dazu zu entschließen“, weiß sie.

Jenny Busche

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Kommentare
22.02.2010
11:26
Bündnis für Courage legt neue Stolpersteine
von Andreas Jordan | #1

Im Gepäck die Erinnerung - über das Leben von Bernhard Preminger, der mit seiner Familie 1989 nach Gladbeck zurückkehrte - Eine Rückkehr in das Land, das seine Eltern ermordete, in die Stadt seiner Kindheit.

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