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VGW-Sommercamp 2010

Büffeln für den Beruf

30.07.2010 | 18:29 Uhr
Büffeln für den Beruf
Hoffen auf eine Chance: Teilnehmer im Sommercamp des VGW (Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft). Foto: Dirk Bauer

Gladbeck.Erst waren es 15, jetzt sind es noch neun Sommercamp-Teilnehmer, die hoffen, dass sie mit ihrer Teilnahme bessere Chancen auf eine Ausbildung bekommen.

Sommercamp klingt gut, hört sich nach Freizeit, Spaß und Ferien an. Von wegen. Muhammed, Selda, Steven und sechs weitere Gladbecker Jugendliche sitzen jeden Morgen ab acht Uhr im Klassenzimmer und büffeln für ihre Zukunft. Sie schreiben Bewerbungen, üben Benimmregeln für Vorstellungsgespräche, frischen Mathekenntnisse auf und setzen sich mit Rechtschreibung auseinander. Und sie tun das ganz freiwillig und sogar gern. Denn beim Sommercamp des VGW (Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft) mitmachen zu dürfen, heißt für sie: Eine bessere Chance auf einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Vielleicht ist es die einzige Chance. 80 Bewerbungen hat der Gesamtschüler Yavuz Atlig (17) geschrieben, bevor er in diesem Sommer die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule mit der Fachoberschulreife verließ. Manchmal hat er eine Antwort bekommen, meistens aber nicht.

120 Bewerbungsschreiben

120! Bewerbungsschreiben hat Muhammed Göcmen (17), ebenfalls von der Gesamtschule, losgeschickt. Einstellungstests waren die Hürde, die er nicht geschafft hat.

Alle neun, die hier im Klassenraum des Bildungshauses an der Albert-Schweitzer-Schule sitzen, können solche Geschichten erzählen. Eben deshalb haben sie sich um die Teilnahme am Sommercamp beworben und hoffen jetzt, dass es doch noch etwas wird mit einer Berufsausbildung. Nicht nur sie. „Meine Mutter ist ganz stolz auf mich, dass ich hier mitmache und meine Brüder unterstützen mich“, sagt Mustafa Jamaa (22), der wegen einer langwierigen Knieverletzung eine andere Ausbildung abbrechen musste. Und auch Yusuf Duymaz (18) von der Hauptschule Butendorf bekommt von seinen Eltern viel Anerkennung für die „Ferienbeschäftigung“.

„Alle sind hoch motiviert und gut geeignet“, lobt auch Margret Lindenberg, VGW-Geschäftsführerin die Jugendlichen, die eigentlich schon mit ihrer Bewerbung um die Teilnahme das wichtigste Kriterium für eine Einstellung erfüllt haben: Sie zeigen Engagement, sind willens und wollen sich anstrengen, um eine Ausbildung machen zu dürfen.

Die Mühe lohnt sich

Und es gibt deutliche Hinweise, dass die Mühe sich lohnt. Vor zwei Wochen noch saßen 15 Jugendliche im Sommercamp-Klassenraum, sechs fangen am kommenden Montag bereits mit einer Lehrstelle an. Und einige der verbleibenden neun arbeiten bereits in Betrieben zur Probe oder haben zumindest ein Vorstellungsgespräch in Aussicht.

„Hände aus den Hosentaschen, gerade sitzen, Blickkontakt halten“, das sind einge Tipps, an die sie sich dabei erinnern werden. Und es sind nicht nur die Äußerlichkeiten, um die es hier geht. Tolga Aldirmaz (16), der so gern Fachkraft für Lagerlogistik werden will, hat durch die intensive Betreuung im Camp „wieder neuen Mut geschöpft“.

Seit fünf Jahren finanziert der VGW dieses Sommercamp, und jedes Jahr konnten so rund ein Dutzend Gladbecker Jugendliche, die die Schule beendet hatten, in einen Ausbildungsplatz vermittelt werden. Oft klappt es in einem Mitgliedsbetrieb des VGW.

Begleitet werden die Schüler seit zwei Jahren dazu vom Anstoßbüro und auch hier zeigt sich wie sinnvoll dieses Ausbildungscoaching-Projekt ist, das Schüler gezielt ab der 8. Klasse in den Blick nimmt: Sarah Keller kannte alle Sommercamp-Bewerber bereits gut und konnte sie wämstens empfehlen.

Was sie werden wollen:

Fast alle haben mehr als einen Berufswunsch, man muss „ja flexibel sein“, wissen sie.

Mustafa Jamaa (22) würde gern Straßenbauer werden, eine Tankstellenlehre musste er wegen einer Knie-Operation abbrechen.

Amar Khadraoui (17) wäre gern Verfahrensmechaniker, er hat gelernt: Der erste Eindruck zählt.

Yavuz Atlig (17) könnte sich eine Lehre als Verfahrensmechaniker, Elektroniker oder Kaufmann vorstellen.

Muhammed Göcmen (17) würde gern Verfahrensmechaniker werden wie sein Onkel, könnte sich aber auch den Beruf des Beton-/Stahlbetonbauers vorstellen oder den des Industriemechanikers.

Tolga Aldirmaz (16) wäre gern Bürokaufmann oder Fachkraft für Lagerlogistik. Beworben hat er sich im Umkreis von 30 Kilometern.

Selda Bayram (17)würde gern als Kauffrau im Einzelhandel arbeiten. Sie hofft auf ein Vorstellungsgespräch.

Yusuf Duymaz (18) hat jetzt verstärkt Bewerbungen für eine Ausbildung als Elektriker, Tischler, Industrie-Mechaniker oder Anlagenmechaniker geschrieben.

Selay Denizli (17) wäre gern Med. techn. Assistentin bei einem Arzt oder Zahnarzt. Die Auffrischung der Mathekenntnisse im Camp haben „mir gut getan“, sagt sie.

Steven Münzel (17) möchte gern Einzelhandelskaufmann werden und hat sich für das

Abschlusszeugnis mächtig angestrengt. „Das ist viel besser als das Halbjahrszeugnis.“

Maria Lüning

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Kommentare
02.08.2010
15:48
Blockierter Kommentar.
von Ruhrpott | #8

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02.08.2010
15:46
Blockierter Kommentar.
von Ruhrpott | #7

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02.08.2010
11:52
Blockierter Kommentar.
von Gegen Asis | #6

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02.08.2010
11:13
Büffeln für den Beruf
von ne sowas ist Mutti ??? | #5

deiner ist ja ganz Toll , Muddi;

hast ja garnichts

zu dieser tollen Aktion des VGW zu sagen ? !

ist Dir doch wohl ganz egal ???????

was die Jungen Leute evtl. werden ?????

02.08.2010
07:45
Büffeln für den Beruf
von Mutti | #4

Tolle Kommentare.

01.08.2010
08:11
Büffeln für den Beruf
von Glueckauf | #3

he Mustafa x 22 x

für den Straßenbauer brauchst auch Deine Knie

musst auch rumlaufen ;

irgendwas im Büro ? !

31.07.2010
23:11
Blockierter Kommentar.
von Gegen Kopftuecher und Imame | #2

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31.07.2010
10:19
Büffeln für den Beruf
von Glueckauf Ruhrpott | #1

wäre doch mal eine Sommerloch Aufgabe
für die WAZ Gladbeck

ü b e r die Erfolge o. nicht Einbrüche

aus den Gründungsjahren
( nach den ersten Jahren )
dieser tollen Massnahme

zu berichten ;

o d e r ? !

muss man / frau schon aus dem Büro raus,
in die versch. Arbeitsstätten , hinein ;

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