Bildungsgänge am Berufskolleg Gladbeck für Weg in den Beruf

Schüler des Brufskollegs Gladbeck vom Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung.
Schüler des Brufskollegs Gladbeck vom Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung tritt nach Sommerferien in Kraft. Sie soll auch Schülern mit geringerer Qualifikation den Weg in den Job ebnen.

Gladbeck..  Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen sind deutlich mehr im Fokus der Gladbecker Bürger als das Berufskolleg, wenn die Rede von Schulabschlüssen ist. Dabei übernimmt die Bildungseinrichtung an der Herderstraße eine wichtige Aufgabe: Mehr als 55 Prozent des Entlassjahrgangs der Sekundarstufe I aller Gladbecker Schulen besucht anschließend das Berufskolleg, um den zuvor erreichten Abschluss zu verbessern – oder überhaupt einen Schulabschluss zu erlangen. Und die zum kommenden Schuljahr in Kraft tretende neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Berufskollegs (APO BK) soll auch den Schülerinnen und Schülern mit geringerer Qualifikation die berufliche Selbstfindung erleichtern.

„Neu konzipierte Bildungsgänge verstärken die bisherige Tendenz, Schülerinnen und Schüler durch vermehrte Praxisanteile besser an die Berufswelt heranzuführen“, erklärt Schulleiter Oberstudiendirektor Klaus Bunse. Mit der neuen APO BK fallen ab dem Schuljahr 2015/2016 das Berufsgrundschuljahr und die zweijährige Berufsfachschule (die Höhere Handelsschule bleibt erhalten) komplett weg.

Berufsfachschule neu eingerichtet

Neu eingerichtet wird eine einjährige Berufsfachschule für Schüler mit Hauptschulabschluss. Für Jugendliche, die bereits einen Hauptschulabschluss nach Klasse 10 haben, wird es ebenfalls eine einjährige Berufsfachschule geben, die zum mittleren Schulabschluss führt.

Für Jugendliche ohne Schulabschluss wird der neuen Bildungsgang „Ausbildungsvorbereitung“ eingerichtet. Dieser ersetzt die bisherigen berufsvorbereitenden Bildungsgänge wie das Berufsorientierungsjahr und die Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis.

Nach der alten Ausbildungsordnung habe im Berufsgrundschuljahr die theoretische Möglichkeit bestanden, einen mittleren Schulabschluss zu erreichen. Das sei Etikettenschwindel gewesen, denn man brauche dafür eigentlich zwei Jahre, sagt Klaus Bunse, „was die Erfolgsquote von nur 20 Prozent belegt“.

Durch die neue APO BK werde diesem Schülerklientel jetzt mehr Zeit und noch bessere Fördermöglichkeiten gegeben. Nicht nur das Ziel, die Erfolgsquote bei den mittleren Schulabschlüssen auf mindestens 50 Prozent zu verbessern, könne damit sicherlich besser erreicht werden, sondern auch die Gelegenheit, einen guten Einblick in die Berufspraxis zu erhalten, sagt Bunse.

Im Ausbildungsvorbereitungsjahr ist das am Berufskolleg in den Fachbereichen Wirtschaft und Verwaltung, Hauswirtschaft sowie Technik möglich. Die Berufsfachschule bietet die fünf Schwerpunkte Ernährungs- und Versorgungsmanagement; Holztechnik; Elektrotechnik; Metalltechnik sowie Wirtschaft und Verwaltung.