Bewegendes in der Nacht der Bibliotheken

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Was wir bereits wissen
Ein dynamisches Programm mit viel Bewegung und Gefühl bietet die Stadtbibliothek am Freitag, 6. März, zur mittlerweile sechsten „Nacht der Bibliotheken.

Gladbeck..  Das Motto lautet: „eMotion ‒ Bibliotheken bewegen!“ Bibliothekarin Christiane von Heesen: „Alle Mitarbeiter sind im Einsatz, wir haben von 10 bis 24 Uhr geöffnet. Das ist ein Tag der offenen Tür für unsere Fans und die, die es noch werden wollen.“

Und es ist eine Herausforderung für die Bibliothekare, „ein Kraftakt, den wir gerne mitmachen“. Mit einem spannenden, poetischen und amüsanten Programm soll die ganze Familie, sollen unterschiedliche Altersgruppen angesprochen werden. Und das soll das Schlagwort „eMotion“ bedeuten: Das kleine „e“ steht für elektronische Medien, „Motion“ für Fitness sowie lebenslanges Lernen und „Emotion“ für die Begeisterung, die Bibliotheken wecken.

Blick hinter die Kulissen

700 Gladbecker besuchten die letzte Nacht der Bibliotheken. Sie werden auch diesmal wieder bei freiem Eintritt auf ihre Kosten kommen. Mit Leckerbissen verwöhnt das Lesecafé, sorgt für einen entspannten Start in die Nacht, so von Heesen weiter. Ein Veranstaltungshighlight ist die Lesung des WAZ-Kulturreporters und Glossenexperten Lars von der Gönna, der ab 19 Uhr in die Geheimnisse des Spotts der kleinen Dinge einweiht.

Gegen 21 Uhr gibt’s dann für die Jungegebliebenen fette Comedy mit Maxi Gstettenbauer. Mit Auszügen aus seinem Soloprogramm „Maxipedia“ kehrt der Nerdprinz der deutschen Standup-Szene auf die Bühnenbretter zurück. Diesmal wendet sich der überzeugte Stubenhocker dem analogen Leben jenseits der Matrix zu.

Blick hinter die Kulissen

Zwischendurch findet gegen 20 Uhr eine interessante Führung durch die Bibliothek statt. „Gezeigt werden Räume, die sonst kein Besucher zu sehen bekommt wie beispielsweise die Buchbinderei“, erzählt Christiane von Heesen, die herzlich zu diesem besonderen Blick hinter die Kulissen einlädt. Fürs kleine „e“ ist Iris Dobin, EDV-Administratorin, zuständig. Sie stellt attraktive Online-Angebote vor, lässt Besucher die e-Ausleihe kennen lernen. Ausnahmsweise sind sogar Smartphones an diesem Tag gerne gesehen, denn Dobin lädt zur digitalen Schnitzeljagd, zu einer QR-Code-Rallye ein. Zu gewinnen gibt es Veranstaltungs-, Kinokarten und Gutscheine für Bücher.

Natürlich kommen auch die Jüngeren nicht zu kurz. Beim Wii-Party-Contest (18 bis 21.30 Uhr; ab acht Jahren) geht es um Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Sogenannte Hybrid-Games – Smartphone erwünscht – sind für die ganze Familie gedacht und kombinieren Computerspiel mit klassischem Spiel (18 bis 21.30 Uhr). Kinder ab drei Jahren (ab 18 Uhr) lassen mit den Digitalstiften TipToi und Ting Bücher und Spiele lebendig werden.

Viele Veranstaltungen sind nur möglich weil es Sponsoren gibt

Ganz nah dran am „ausleihenden Leser“ ist die Bibliothekarin Christiane von Heesen (56).

Was bringt mir eine Bibliothek?

Schauen Sie, wir erheben eine Jahresgebühr je Nutzer in Höhe von 16 Euro. Der Kunde erhält damit viele Medien für wirklich kleines Geld. Wenn man ausrechnet, was es für diese Summe im Buchhandel gibt, so ist es gerade mal ein Paperback. Man spart also Geld als Nutzer der Stadtbibliothek. Viele Familien verlassen unser Haus mit einem Stapel an Büchern und Medien. Es sind nicht wenige darunter, die sich diese Medien sonst nicht leisten könnten. Zudem ist unsere Information immer besetzt, da wird gerne geholfen, bis hin zur ausführlichen Romanberatung. Ganz wichtig sind die Kinderbücher für die Leseförderung. Grundschulen sind unsere Stammkunden, ein großer Teil der Gladbecker Kinder hat einen Ausweis.

Wie können Bibliotheken ihre Attraktivität steigern?

Durchs Anbieten von E-Ausleihe, der Organisation von Veranstaltungen. Damit locken wir Menschen in die Bücherei, die sonst nicht hier hin kommen, unsere Leser sind. Die sagen oft: Ach ja, das ist etwas für mich. Qualitätssteigerung ist auch über die Webseite möglich. Viel lässt sich da von zu Hause aus nutzen, man kann sich inspirieren lassen.

Was sind die Probleme, mit denen Sie vor Ort kämpfen?

Es wird durchaus schwieriger, Jugendliche an Bibliotheken zu binden. Das Internet ist da eine starke Konkurrenz. Aber wir nutzen es auch für uns. So bieten wir mit „Literaturrecherche im Netz“ Schulungen für Gymnasiasten zu ihren Facharbeiten an. Das ist nicht nur ein Rumgoogeln, es geht um Datenbanken, um Infos aus dem Netz. Wir sehen uns da als Lotsen.

Was wäre ohne das finanzielle Engagement von Sponsoren?

Viele Veranstaltungen sind nur möglich, weil wir Sponsoren haben. Das hilft enorm, um das ein oder andere Angebot mehr zu machen. So unterstützt die Sparkasse beim Sommerleseclub sowie bei der attraktiven Bestandserhöhung, und der Rotary Club unterstützt das Kinderlesefest.