Bessere Beratung für Zuwanderer

Zuwanderer an der Asylbewerberunterkunft An der Boy in Gladbeck.
Zuwanderer an der Asylbewerberunterkunft An der Boy in Gladbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Drei Jahre lang wurden die Verwaltungsmitarbeiter des Kreises sowie der zehn dazugehörigen Städte für eine interkulturelle Öffnung weitergebildet.

Gladbeck..  2014 geht zu Ende – und damit auch das Projekt „Option – Kultur“: Drei Jahre lang wurden die Verwaltungsmitarbeiter des Kreises sowie der zehn dazugehörigen Städte weitergebildet. Das Ziel: eine interkulturelle Öffnung – anders formuliert: eine Verwaltung, die für alle Bürger der Stadt da ist und die niemanden ausgrenzt.

„Uns ist zweierlei wichtig“, erläutert Projektleiterin Sabine Fischer. Einerseits sollen die Mitarbeiter so geschult werden, dass sie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besser beraten können – damit die Informationen und Angebote der Verwaltungen gerade auch diese Kunden besser erreichen. Andererseits sollen auch mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Verwaltungen geholt und dort beschäftigt werden.

„Es geht uns aber nicht nur um Migranten, sondern um Vielfalt insgesamt“, sagt Sabine Fischer. Das heißt: Bestenfalls sind bunt gemischte Teams in der Lage, auf unterschiedlichste Bürger einzugehen – Mann oder Frau, alt oder jung, behindert oder nicht, mit hoher oder niedriger Schulbildung und egal mit welchem kulturellen oder religiösen Hintergrund

Bei „Option – Kultur“ wurden auch 70 Vertreter von Migrantenselbsthilfeorganisationen befragt, wie sie Verwaltung sehen. „Wir schneiden dabei gar nicht so schlecht ab“, sagt Sabine Fischer. Allerdings würde immer wieder gesagt, dass die Behördensprache zu kompliziert sei. „Und dass das eigene Kind mal eine Ausbildung in der Verwaltung macht, können sich auch nur ganz wenige vorstellen. Auch weil der Einstellungstest als ganz große Hürde gesehen wird.“

Vielleicht ändert sich das durch die Arbeit von Public-Relations-Studenten der Westfälischen Hochschule. Die haben bei „Option – Kultur“ einerseits überlegt, wie das Image des Kreises aufgebessert werden könnte. Und andererseits, wie sich erfolgreicher für die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten in den Verwaltungen werben ließe. „Noch haben wir keinen Nachwuchsmangel, aber es wird mal so kommen“, so Sabine Fischer. Die Öffentlichkeitsarbeit des Kreises werde sich jetzt Gedanken machen, wie die Ideen der Studenten umgesetzt werden könnten.

Überhaupt sollen die Themen interkulturelle Öffnung und Vielfalt mit dem Projekt nicht beendet sein, betont Sabine Fischer. Das Studieninstitut Emscher-Lippe, das in der Region für die Aus- und Fortbildung von Verwaltungskräften zuständig ist, werde die Seminare weiter anbieten. Das seit Sommer 2013 existierende Kommunale Integrationszentrum werde das fortführen, was in den vergangen Jahren angestoßen worden sei.