Bergbau-Pioniere kauften einst den Hof Schulte-Rentrop

Der Schulte-Rentrop-Weg erinnert an den Bauernhof Schulte-Rentrop, auf dessen Grund Gladbecks erste Zeche entstand.
Der Schulte-Rentrop-Weg erinnert an den Bauernhof Schulte-Rentrop, auf dessen Grund Gladbecks erste Zeche entstand.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die rund 200 Meter lange Straße in Butendorf erinnert an ein altes Bauerngeschlecht, aber auch an den Start der Bergbauzeit und die Zeche Moltke 1/2.

Gladbeck..  Auch wenn der Name es auf dem ersten Blick nicht erkennen lässt: Der Name „Schulte-Rentrop“ hat etwas mit dem Bergbau zu tun, und zwar sogar etwas ganz Entscheidendes.

Der Name der Straße, die seit einigen Jahren von Süden (Kiebitzheidestraße) ins Wohngebiet „Butendorf-Ost“ führt, erinnert an den einstigen Bauernhof Schulte-Rentrop, auf dessen Feldern nicht nur das Wohngebiet entstand, sondern auch Gladbecks erste Zeche, Moltke 1/ 2, westlich der Horster Straße.

Der Hof gehörte wohl zu den größeren südlich des alten Dorfes, worauf auch der Namensbestandteil „Schulte“ hindeutet. Die Felder erstreckten sich von der Land- bis zur heutigen Steinstraße. Zum Hof gehörten auch einige Kotten. Der Bauernhof Schulte-Rentrop lag am heutigen Lindemannweg (Zufahrt von der Gartenstraße). Etwa 20 Meter westlich des heutigen Gebäudes Lindemannweg 14 lag das Bauernhaus. Insofern müsste eigentlich der Lindemannweg Schulte-Rentrop-Weg heißen... Der Hof ist bereits im Urkataster von 1823 erfasst. Beim Hof gab es einen Teich und eine Mühle, die vom Wittringer Mühlenbach, der hier vorbeifloss, gespeist wurden.

Anfang der 1870er Jahre wurden Gladbecks Bergbaupioniere auf das Land aufmerksam und wählten ein sechs Hektar großes Gelände für das Abteufen eines ersten Schachtes aus, vor allem, weil der vorbei fließende Bach gut geeignet war, die Abwässer aufzunehmen und die Landstraße eine bequeme Abfuhr der Kohle ermöglichte. Also kauften die Bergbau-Investoren dem Bauern Schulte-Rentrop das Areal für 75 000 Mark ab – ein Vermögen für den Bauern, der daraufhin Gladbeck Richtung Münsterland verließ.

Mit dem Abteufen des Schachtes (800 Meter südlich der Dorfkirche und 200 Meter westlich der Landstraße) entwickelte sich die damals nördlichste Zeche des Ruhrgebietes.

Der Hof, der erst zwischen 1969 und 1972 abgerissen wurde, diente lange als Unterkunft für Bergleute. Auch das zum Hof gehörende Kötterhaus an der Steinstraße (Beckhoff-Kotten) wurde lange als Arbeiterwohnhaus genutzt.