Benefizabend für den Frieden

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2600 Kilometer von Gladbeck entfernt – mitten in Europa – tobt ein Krieg zwischen Pro-russischen Separatisten und ukrainischen Kämpfern um den Osten der Ukraine. Was können Menschen in Gladbeck tun, um den Konflikt zu verstehen und Menschen zu unterstützen, die unter den Folgen der Gefechte leiden?

„Erst einmal zuhören“, sagte Uwe Hildebrandt, ehemaliger Pfarrer der Christuskirche, und lud am Samstag gemeinsam mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) zu einer Benefizveranstaltung ein. Die Ukrainer Anatolij Aleksandrowitsch Gubarew (Charkow) und Ivan Volchanskij (Lugansk) berichteten, dazu sang und der Gospelchor „Good News“ im Zeichen der Freiheit und des Friedens.

Die Gäste aus der Ukraine arbeiteten einst als „Liquidatoren“ zur Beseitigung der Folgen des Tschernobyl-Unfalls. Heute kümmern die sich in verschiedenen Hilfsorganisationen um die medizinische Versorgung von Menschen, die unter den Folgen der Strahlung leiden.

Die Grenzen zwischen den Leidtragenden der Reaktorkatastrophe und heutigen Kriegsflüchtlingen seien fließend. Volchanskij berichtete von mehr als 1000 zerstörten Einrichtungen für die Zivilbevölkerung seit Beginn des Konflikts. „Es fehlt an allen Ecken. Von Medikamenten über Nahrungsmittel bis hin zur Bettwäsche.“ Das Duo bat um finanzielle Unterstützung für die Hilfsorganisationen.

„Die Menschen in diesem Gebiet haben drei Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Die Reaktorkatastrophe 1986, das langsame Vergessen dieser und drittens die aktuelle Flüchtlingsströme und Soldaten, die verwundet aus den Kämpfen zurückkommen“, erklärte IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup.

Dem IBB geht es vor allem darum, Friedensperspektiven auszuloten. „Die Beziehungen zu Russland müssen von allen Beteiligten verstärkt werden, doch auch hier gilt, dass Grenzen akzeptiert werden müssen“, so Junge-Wentrup. „Wir wissen, dass diese Idee nur von unten wachsen kann, doch wir setzen auf Austausch und Begegnung statt Bewaffnung und Rüstungsprogramme.“