Bei Fastenaktion purzelten 189 Kilo für den guten Zweck

Mit dem Ergebnis der Fastenaktion sind die Mitglieder von Pulsar sehr zufrieden.
Mit dem Ergebnis der Fastenaktion sind die Mitglieder von Pulsar sehr zufrieden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
So macht Abnehmen Spaß. Jugendkirche „Pulsar“ ist mit ihrer Fastenaktion voll zufrieden. 1100 Euro kamen zusammen und fließen in die Flüchtlingshilfe.

Gladbeck..  38 Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Lamberti schafften es bei der außergewöhnlichen Fastenaktion der Jugendkirche „Pulsar“ von Aschermittwoch bis Karsamstag gemeinsam 189 Kilo weniger auf die Waage zu bringen (die WAZ berichtete).

Die Idee dahinter - jedes herunter gepurzelte Kilo mit einer festgesetzten Spendensumme zu belohnen - bringt am Ende insgesamt 1100 Euro in die Kasse. Dieses Geld kommt nun den Familien mit 200 Flüchtlingen an der Boy zugute, um die sich Schwester Gudrun intensiv kümmert.

Für die Gruppe rund um die Initiatoren der Aktion Benedikt Gottlieb und Pastor Andreas Lamm ist Fasten längst mehr als eine Speckweg- und Muskelaufbaukur. Dahinter stecke vielmehr die Befreiung von emotionalen und geistigen Altlasten, die jeder mit sich trägt, so dass der Blick für andere oft verstellt ist. „Durch Fasten befreit man sich auf Gott hin, macht die Augen auf für seinen Nächsten und übernimmt Verantwortung“, umschreibt Gottlieb seine Erfahrung mit dieser Zeit. Dem 25-jährigen Gladbecker war bei der Aktion wichtig, zusammen in der Gemeinschaft zu erleben, dass Kirche sich nicht nur um sich selbst dreht, sondern auch um die Menschen am Rande.

Verantwortung übernehmen

Die Teilnehmer bewiesen durch ihre aktive Teilnahme an der 40-tägigen Fastenaktion, dass das Erleben von Verzicht zu vielen wertvollen Einsichten führt und im gemeinsamen Tun Gutes bewirkt. Kerstin Fischer (48) war von der Idee von Anfang an begeistert. Motiviert erarbeitete sie sich sofort einen Plan für die anstehende Zeit, bei dem sanftes Fitnesstraining, ausgewogene Ernährung und Meditation auf dem Programm standen.

Jeden Morgen nach dem Aufstehen suchte sie sich eine stille Ecke, wo sie eine Kerze anzündete und online Impulsbriefe des Bistums Essen öffnete. In Gebeten und Aufgaben für den Tag konfrontierte sie sich mit sich und dem Alltag. Zum Frühstück gab es Müsli zu essen, mittags Gemüse und etwas Fisch und abends ein Glas Kakao oder Brühe.

Die erste Zeit kostete große Überwindung

„Insbesondere die erste Zeit kostete mich große Überwindung“, erinnert sie sich, „Mir war oft kalt und ich dachte nur ans Essen.“ Ihre Bilanz ist trotz Startschwierigkeiten positiv: „Indem ich durchgehalten habe, habe ich viel mehr Energie gewonnen. Sowohl körperlich, als auch geistig. Ich habe viel loslassen können. Geblieben ist der heile Kernpunkt und ein geschärfter Blick.“

Auch Thorsten Günthör (43) hat das Fasten für sich entdeckt. Über das Essen hat er sich nie besonders viel Gedanken gemacht, bis er sich extra für die Fastenaktion eine Kalorientabelle erstellte. Er war erstaunt, wie viele davon in Lebensmitteln versteckt sind, die nicht satt machen. „Nach der Essensumstellung kam nach 14 Tagen daher auch schon der Heißhunger“, erzählt er. Während er eisernen Willen behielt und nicht aufgab, wurde er nachdenklich: „Wir machen uns das viel zu selten klar, dass wir in Überfluss leben. Essen ist für uns Genuss, während andere an Hunger leiden.“