Badeunfälle - Ältere Männer sind die Risikogruppe

Meistens sind es Männer über 50 Jahre, die zu Tode kommen, sagt Gerd Korditzke, Sprecher von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (kurz DLRG).
Meistens sind es Männer über 50 Jahre, die zu Tode kommen, sagt Gerd Korditzke, Sprecher von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (kurz DLRG).
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
2014 gab es in NRW 49 Todesfälle durch Ertrinken. Viele Opfer waren ältere Männer. Überschätzung und Alkohol sind häufig Ursache für die Unfälle.

Gladbeck..  Schwimmen bei schönem, warmen Wetter ist sehr beliebt. Viele Leute zieht es ins Freibad oder an den Badesee, aber auch an nächstgelegene Flüsse oder Kanäle. Doch die Abkühlung kann schnell gefährlich werden – vor allem wenn das Gewässer unterschätzt wird oder Alkohol im Spiel ist. 49 Todesunfälle hat es im vergangenen Jahr in NRW gegeben. Die meisten Opfer waren ältere Männer.

„Die Altersgruppe ist schwer einzuschätzen. Aber meistens sind es Männer über 50 Jahre, die zu Tode kommen“, berichtet Gerd Korditzke, Sprecher von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (kurz DLRG). Von insgesamt 49 Badetoten waren 39 Männer und 29 über 50 Jahre alt. „Häufig überschätzen sie ihre Kraft und Ausdauer beim Schwimmen“, erzählt er weiter.

Zu den meisten Unfällen kam es 2014 an Seen, Flüssen oder Kanälen, oft bei Badeaktionen. „Meistens ist schwimmen dort verboten, auch wenn es regionale Unterschiede gibt. Aber gerade in Flüssen kann die Strömung langsamer aussehen, als sie eigentlich ist. Und wenn die einen dann mitreißt, kann das wirklich sehr gefährlich werden“, warnt Korditzke. Ebenso bilden Schiffe eine große Gefahr. Diese sollte man niemals anschwimmen, denn der Sog und die sich drehende Schiffschraube sind eine große Gefahr, rät auch Detlef Meer, Leiter des DLRG-Bezirks Emscher-Lippe-Land.

Auch der Genus von Alkohol ist häufig Ursache für Unfälle. „Alkohol stärkt das Selbstbewusstsein. Viele werden dann leichtsinnig, unvorsichtig oder übermütig“, sagt Korditzke. Zudem verlangsamt Alkohol die Reaktionszeit und erweitert die Blutgefäße. Springt man dann ins kalte Wasser, ohne sich vorher daran zu gewöhnen, kann man einen Kälteschock erleiden und schnell in Panik geraten.

Generell sollte man immer darauf achten, langsam ins Wasser zu gehen, um den Temperaturunterschied auszugleichen. „Gerade wenn es draußen wärmer wird, überschätzen viele die Wassertemperatur. Wasser braucht aber deutlich länger um sich zu erwärmen, da sind schon ein paar sehr heiße Tage hintereinander nötig“, erklärt Korditzke. Auch Meer bestätigt, dass der direkte Sprung in kaltes Wasser gefährlich werden kann. Denn ist der Temperaturunterschied zu groß, ziehen sich die Blutgefäße zusammen und das kann für Herz und Kreislauf sehr gefährlich werden.

„Auch in unbekannte Gewässer sollte man sich langsam vorwagen. Plötzliche Gefälle oder Strömungen können sonst auch für erfahrene Schwimmer zur Bedrohung werden“, sagt er. Generell gilt: Am besten an öffentlichen Stellen mit einer Aufsicht schwimmen, um das Risiko für einen Unfall so gering wie möglich zu halten.