Awo-Experten beantworten WAZ-Lesern Fragen zum Thema Pflege

Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gladbecker Awo-Experten stellen fest: Finanzen sind ein Knackpunkt. Außerdem bereiten Organisation, Anträge und medizinische Aspekte häufig Probleme.

Gladbeck..  Noch bevor das erste Mal in dieser Runde das Telefon klingelt, erinnern die Pflegeexperten in der WAZ-Redaktion an eine Frau, die einst die moderne westliche Krankenpflege begründet und das Sanitätswesens reformiert hat. Sie habe richtungsweisend dafür gewirkt, dass die Pflege eine eigenständige Position erhalten habe: Florence Nightingale. Sie hätte gestern ihren 195. Geburtstag gefeiert – am internationalen Tag des Pflege.

Kein Patentrezept

Nightingale würde sich gewiss heutzutage ungläubig die Augen reiben, wenn sie sehen könnte, was sich im Laufe der Jahrzehnte auf dem Gebiet der Pflege getan hat: ambulante Angebote, stationäre Versorgung, Spezialisten, die Ratsuchenden zur Seite stehen – wie die Awo-Experten gestern bei der WAZ-Telefonaktion.

Gerhard Ludwig (Leiter des Elisabeth Brune-Zentrums), Susanne Nowack-Lindtner (Sozialer Dienst), Mechthild Rosenbaum (Pflegedienst), Gabriele Brosker (Tagespflege/Pflegedienstleiterin) und Norbert Dyhringer (Awo-Vorsitzender Gladbeck/Wohnen, Freizeit und ehrenamtliches Engagement) geben Anrufern Auskünfte und Tipps. Vorab: DAS Patentrezept gibt’s nicht, nur eine individuelle Lösung.

Wann müssen Kinder zahlen?

Um die 1000 Heimplätze stehen in Gladbeck zur Verfügung, hinzu kommen gut 30 Tagespflegeplätze. Häufig geht’s um finanzielle Aspekte: Was kostet ein Heimplatz? Wann werden Kinder für die Pflege ihrer Eltern zur Kasse gebeten? So ad hoc lässt sich nicht eine allgemein verbindliche Antwort geben. Ludwig: „Die Einkommensverhältnisse spielen eine Rolle.“ Organisatorische Schwierigkeiten treiben Angehörige um: Wie lassen sich Pflege in der eigenen Familie mit dem Alltagsleben eines Berufstätigen vereinen? Und wenn die Entscheidung für eine Heimunterbringung gefallen ist: Wie bringe ich das der Mutter oder dem Vater bei? Eine Frage, die Nowack-Lindtner häufig gestellt wird.

Hilfe bei Anträgen

Aber auch medizinische Themen kommen zur Sprache: Was tun, wenn bei der Wundversorgung der Mutter in der stationären Pflege Probleme auftauchen? Rosenbaum, selbst ausgebildete Wundexpertin, will einen externen, spezialisierten Berater einschalten.

„Ganz viele Menschen haben eine Heidenangst vor den Anträgen, die man stellen muss“, stellt Gabriele Brosker fest, „der Aufwand, dass die Menschen das bekommen, was ihnen zusteht, ist immens hoch.“ Da ist es für viele Angehörige eine große Hilfe, wenn ihnen Fachleute zur Seite stehen.