Ausstellung in Gesamtschule spiegelte Widerstand nach 1933

Um „Neofaschismus in Deutschland“ und „Kinder des Widerstands“ ging es jetzt an der Gesamtschule.
Um „Neofaschismus in Deutschland“ und „Kinder des Widerstands“ ging es jetzt an der Gesamtschule.
Foto: IDG
Vor allem die 9. und 10. Klassen an der Gesamtschule in Rentfort-Nord nahmen jetzt das Thema Neofaschismus und Widerstand ins Visier.

Gladeck..  „Neofaschismus in Deutschland“ - an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule ging jetzt eine Ausstellung zu Ende, die dort seit Anfang Juni zu sehen war und die sensibilisieren soll für die Gefahren des Rechtsextremismus.

Die Ausstellung ist von der Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und verschiedener Gewerkschaften, u.a. ist der GEW-Landesverband Hamburg dabei, konzipiert.

„In Deutschland werden Menschen beschimpft, geschlagen oder ermordet, weil sie aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise nicht in das Bild passen, das Nazis vom ‚Deutschen’ haben“, erklärt Manuel, einer der jüngeren Mitglieder der VVN-BdA und einer der „Guides“ für die Neofa-Ausstellung. Über 180 Todesopfer habe die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert. Die Ausstellung solle dazu beitragen, dass Neofaschismus „nicht auf Dauer zum Alltag gehört“, so Manuel.

Es waren besonders die 9. und 10. Klassen, die sich die Ausstellung ansahen, sich mit den Inhalten der aktuellen neofaschistischen Szene und ihrem Handeln auseinandersetzten. Anschaulich erklärte Manuel die Strukturen der neonazistischen Organisationen anhand eines Schaubildes, das ein „Braunes Haus“ darstellte. Die Dokumente auf den Tafeln verdeutlichten, dass die Neonazis sich als geistiges Erbe der Nationalsozialisten verstehen, sich äußerlich heute häufig aber kaum von anderen Jugendkulturen unterscheiden.

„Kinder des Widerstandes“ berichteten aus erster Hand

Im Rahmen der Ausstellung war es der Gesamtschule auch ein Anliegen, den Schülerinnen und Schülern eine Vorstellung zu geben, was es bedeutete, in der Zeit des Faschismus gelebt zu haben. Aus der Gruppe „Kinder des Widerstandes“ erzählten Margret Rest und Karin Schnittker von ihren Vätern Willi Rattei und Albert Stasch, die in Essen schon vor 1933 gegen den aufkommenden Faschismus gekämpft hatten. Ihre Väter zählten zu den ersten Verhafteten des Hitlerregimes bereits Anfang 1933. Sie wurden Verhören und Foltern ausgesetzt und als Schutzhäftlinge in eines der ersten Konzentrationslager Esterwegen gebracht. Die unmenschlichen Haft- und Arbeitsbedingungen konnten sie nicht einschüchtern, und sie setzten ihren Widerstand nach ihrer Entlassung fort. Sie wurden erneut verhaftet, überlebten die Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald und wurden noch in den letzten Kriegsjahren zum Strafbataillon 999 geschickt.

Auch Alice Czyborra erzählte von ihrer jüdischen Familie, die 1933 nach Frankreich emigrieren musste. Alice selbst wurde in der Zeit der Besatzung Frankreichs durch die Wehrmacht in Paris geboren und musste ab 1942 bei einer französischen Bauernfamilie versteckt werden, um der Deportation in das Konzentrationslager nach Auschwitz zu entkommen.