Ausflügler genießen „Vattatach“ bei Bier und Musik

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Familienoberhäupter waren Gäste im Bürgerhaus Ost, das zum „Vattatach“ eingeladen hatte. Dort wurde kräftig gefeiert.

Gladbeck..  Das Rezept für einen erfolgreichen Vatertag scheint einfach zu sein: Man nehme einen Boller- statt Kinderwagen, eine Kiste Bier an Stelle von Nuckelflaschen sowie einen Einweggrill anstatt Baby-Gläschen mit auf den Ausflug durch die Straßen. Und ab geht die „wilde Fahrt“. Eine Station auf der Tour der heimischen Familienoberhäupter war am Donnerstag das Bürgerhaus Ost, das zum „Vattatach“ eingeladen hatte. Dort wurde kräftig gefeiert.

„Wir treffen uns schon über 20 Jahre und gehen traditionell auf Vatertags-Tour“, erzählte Frank Bohlenz (49). Gemeinsam mit seinen Schützenbrüdern vom BSV Buer-Bülse wurde der Tag schon früh begonnen. „Das ist unser Tag und unsere Tradition“, wurde Rainer Brauer (69) nicht müde zu betonen. Mehr als 20 Männer umfasste die Vatertags-Gruppe, die von Bülse nach Gladbeck-Ost pilgerte. Als nächstes peilten die Herren dann ein Ziel in Scholven an – ein paar Meter müssen ja gemacht werden. „Der Jüngste ist fast 30 Jahre alt, der Älteste ist vor kurzem 80 geworden“, so Florian Kuhn (28).

An der Bülser Straße präsentierte Peter Rhode mit seiner Band Evergreens, Oldies und Schlager für echte Männer-Frühlingsgefühle in der Sommersonne. So gab es „Einen Stern“ für alle „Kerle“ am Bürgerhaus, während diese sich die frische Bratwurst und das kühle Pils sichtlich schmecken ließen. „Der Vatertag am Bürgerhaus ist ein fester Termin im Kalender“, erklärte Manfred Meierarend (77). „Schon seit mehr als 15 Jahren komme ich hierhin.“ Pächterin Martina Beitzel (44) war mit ihrem Fest zufrieden: „Für das gute Wetter haben wir gebetet. Letztes Jahr hat es richtig geschüttet. Diesmal ist alles rundum gelungen.“

Zurück am Bollerwagen: Ganz unkritisch sehen den Vatertag wohl nicht alle Passanten. Geht es nur um öffentlich zur Schau gestellten Alkoholkonsum oder geht es vielleicht auch etwas weniger „proletenhaft“?

Bei dieser Frage wurden zwei Antworten gegeben: „Das wird man doch mal machen dürfen. Wir benehmen uns ja nicht daneben“, meinte Mike Thewes (55). „Ich schäme mich schon ein wenig fremd, wenn mir morgens um 12 Uhr ein dutzend Betrunkene entgegenkommen“, setzt Pascal Hemeling dagegen (27). Und was sagte die Frauen-Welt zur „Bollerwagen und Bier“-Tradition? „Es soll ihnen gegönnt sein“, gab Mareike Wellder (39) seufzend zu Protokoll. „Schließlich gibt es ja auch einen Muttertag. Das ist schon in Ordnung“, stimmte Barbara Wessling (52) zu.