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Auch Gladbecker wollen gegen Krieg in Türkei protestieren

14.01.2016 | 18:13 Uhr
Auch Gladbecker wollen gegen Krieg in Türkei protestieren
Murat Durmaz (li) erklärt mit Mitgliedern des alevitischen Kulturvereins an einer Türkei-Landkarte, wodie Kämpfe aufgeflammt sind.Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.   Alevitischer Kulturverein beteiligt sich an Hungerstreikaktion in Köln, um ein Zeichen gegen den wenig beachteten Krieg in der Südosttürkei zu setzen.

Granaten, die in Häuser einschlagen, tote Zivilisten, die seit Tagen auf der Straße liegen, die aus Angst vor Scharfschützen nicht geborgen und begraben werden können. Keine Schreckensbilder aus umkämpften Städten in Syrien bei Auseinandersetzungen gegen den islamischen Terrorstaat, sondern aus dem beliebten deutschen Urlaubs- und Partnerland Türkei.

„In der Südosttürkei tobt ein schrecklicher Krieg zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern der PKK. Dabei wird brutal vorgegangen und keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen, was kaum in den Medien berichtet wird“, sagt Murat Durmaz. „Gegen dieses Unrecht wollen wir ein Zeichen setzen“, so der Vorsitzende des Alevitischen Kulturvereins Gladbeck.

Eine zehnköpfige Delegation der etwa 800 Menschen umfassenden Gladbecker Gemeinde will sich so an dem zentralen Hungerstreik ihres Landesverbandes in Köln von Samstag auf Sonntag beteiligen. „Die Aktion steht unter dem Motto : Stoppt die Waffen und hindert das Sterben der Kinder“, erklärt Durmaz. „Wir Aleviten distanzieren uns von jeglicher Terror-Aktion und Organisation. Die PKK soll sich aus den umkämpften Städten zurückziehen und Zivilisten nicht als Schutzschilde missbrauchen. Die türkische Armee soll aber ebenso ihr brutales Vorgehen, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, stoppen.“ Zudem sei es unverständlich, dass die Bundesregierung nicht offiziell gegen das rigorose Handeln der türkischen Regierung im Kurdengebiet protestiere. Denn auch hier übe Ankara Zensur aus, so dass das Leid der Bevölkerung nicht in den türkischen Medien, aber auch nur selten im Ausland präsent sei.

Nahezu alle Mitglieder der alevitischen Gladbecker Gemeinde haben familiäre Wurzeln in der Südosttürkei und beobachten mit großer Besorgnis, wie der hoffnungsvoll begonnene Friedensprozess in der Kurdenregion in einen Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung umgeschlagen sei. Nach der Parlamentswahl letzten Sommer und dem gewachsenen Einfluss der kurdischen Partei HDP, habe Präsident Erdogan sein Ziel gefährdet gesehen, weiter ein auf ihn machtvoll zugeschnittenes Präsidialsystem zu etablieren, erklärt Durmaz Das so innenpolitisch begründete skrupellose Vorgehen in der Südosttürkei biete aber keine Aussicht, die Situation in der Region langfristig zu befrieden. Durmaz: „Denn kein Kampf ist ein gewonnener Kampf, wenn dabei unschuldige Frauen und Kinder leiden und sterben.“

Marcus Esser

Kommentare
15.01.2016
10:33
Auch Gladbecker wollen gegen Krieg in Türkei protestieren
von captainkawa | #2

Wenn ich schon Hungerstreik Aktion lese .... Schwachsinn.

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2016-01-14 18:13
Gladbeck