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Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen

14.04.2010 | 18:23 Uhr
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen

Gladbeck Wichtige Veränderungen stehen an für die Innenstadt. Mit Aufnahme in das Landesförderprogramm „Soziale Stadt“ fließen gut 30 Millionen Euro für soziale Projekte und Baumaßnahmen nach Gladbeck.

Die Ideen der Planer für eine „familienfreundliche Stadtmitte“ füllen schon ein dickes Buch. Doch was stellen sich die Menschen vor, die in der City leben, die hier arbeiten, ihre Kinder hier groß ziehen, ein Geschäft betreiben? Was sind ihre Ideen von einem lebenswerten Umfeld? Wie bekomme ich die Menschen dazu, sich in die Planungen ein zu bringen?

Jürgen Dressler kann man wohl guten Gewissens als einen Fachmann in Sachen Bürgerbeteiligung bezeichnen. 13 Jahre war er Stadtplaner in Gladbeck, neun Jahre davon Leiter des Planungsamtes. Vor 21 Jahren verließ er die Stadt, ist nun schon seit 15 Jahren Beigeordneter in Duisburg - und die Stadtentwicklung nach wie vor sein Thema und seine Leidenschaft. Der SPD-Ortsverein-Mitte hatte Dressler jetzt zu einem Gesprächsabend eingeladen, um von ihm Tipps zur Bürgerbeteiligung bei diesem wichtigen Innenstadt-Projekt zu erhalten. Und was stellten die Genossen gleich zu Anfang fest? Der Dressler, er hat sich kein bisschen verändert. Ziemlich offen, immer direkt, manchmal auch ein bisschen schnodderig, trifft er in der Regel genau den Ton, den man im Ruhrgebiet zu schätzen weiß.

Was er zudem noch an seine alte Wirkungsstätte mitbrachte, war eine ganze Palette an Formen der Bürgerbeteiligung, wie sie in Duisburg wohl erfolgreich praktiziert wird. Wie soll Duisburg im Jahr 2027 aussehen? Diese Frage stellen die Planer den Menschen in Duisburg. Und das sehr nachhaltig. „Das Interesse der Bürger ist geweckt, bei vielen hat es fast schon berufsmäßige Ausmaße angenommen!", so Dressler. Haushaltstagungen, Foren, Internetangebote, die Arbeit in Beiräten, Diskussionsrunden, die explizite Beteiligung bestimmter Zielgruppen (Frauen, Migranten) - in Duisburg hat der Bürger nach Meinung des Beigeordneten reichlich Gelegenheit, seine Stadt zukunftsfähig zu gestalten. Für Dressler übrigens ein wichtiger Faktor, denn der demografische Wandel macht auch vor Duisburg nicht halt. „Das Schrumpfen der Städte bedeutet für uns eine große Verantwortlichkeit unseren Kindern gegenüber. Ihnen hinterlassen wir die Schulden.“

Deutliche Worte von einem ambitionierten Planer, der sich von Milliarden-Projekten wie einer „Living-Bridge“ (einem Wohnhaus in Brückenform) über den Rhein schon lange gedanklich verabschiedet hat. Duisburgs Schuldenberg wird die Living-Bridge wohl auf ewig zu einer Vision machen. Ganz im Gegenteil, sagt Dressler, „wir weisen gar keine Neubaugebiete mehr aus.“ Stattdessen wird abgerissen - der Stadtteil Bruckhausen nämlich. Und statt Wohnhäusern soll dort künftig ein Grüngürtel das Thyssen-Werk abschirmen. Die Bruckhausener, verdeutlicht Dressler, haben diese Entscheidung selber gefällt. „Niemand will mehr dort wohnen.“

Die Möglichkeiten für die Duisburger, sich planerisch zu betätigen, nach Einschätzung des Beigeordneten natürlich zu einer „noch kritischeren Bürgerschaft geführt“. „Man kann sie nicht immer überzeugen, aber es führt zu mehr Akzeptanz.“ Was Dressler aber betont: „Das Ganze muss politisch beherrschbar bleiben.“ Sprich: die Entscheidungen trifft auch in Duisburg nach wie vor der Stadtrat.

Katrin Walger-Stolle

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Kommentare
17.04.2010
08:23
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von derterminator | #9

Frühlingserwachen...

sollte es wirklich diesen Ruck in der Denkweise geben, so ist das Thema Bürgerbeteiligung zu begrüßen.

Nur, vergebt die Ausführung der einzelnen Projekte an Gladbecker Unternehmen mit der Maßgabe, im Rahmen der Ausführung Arbeitsplätze für Gladbecker Bürger zu schaffen. Dann wird diese Stadt lebens-/liebenswerter denn je.

15.04.2010
20:07
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von Differenzierende | #8

#6 jupp 58
Pech, voll daneben. OB Sauerland hatte keinerlei Ideen zu den Bürgerbeteiligungen. Sie stammen allein aus dem Dezernat des roten Baudezernenten. Übrigens, Forum-, Citypalais- und König-Heinrich-Platz n- Initiativen sind alle von den Roten erdacht. Da hat er sich nur ins gemachte Bett gelegt. Seine sonstigen Ankündigungen, Stadtfenster, Königsgalerie, Innenstadtentwicklung hängen ohnen Ende. Er ist eben nur ein Party-OB

15.04.2010
14:26
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von jupp58 | #7

Da kann mal lesen, was unter einem CDU Bürgermeister alles möglich ist! Danke H. Sauerland!

15.04.2010
08:52
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von abwartenundTeetrinken | #6

warten wir doch noch die drei Wochen
bis nach der Wahl ab

was dann die SPD noch von dieser - Bürgerbeteiligung weiß

oder soll es besser heißen :
Geschäftsleute Beteiligung ! ist angedacht ;

Hr. M. H. hatte sich doch entsprechend vor kurzem schon derart geäußert ;

15.04.2010
07:22
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von machneKur | #5

nun,
dass sich lt. Überschrift kaum Tiere einbringen
können
was sicherlich der eine oder die andere gerne möchte...

sei ganz einfach auf den - Zusatzartikel -
offline in der Print hingewiesen

an Hr. Joh. Balt./kritikaster

warum dich keiner akzeptiert
solltest du mal hinterfragen

14.04.2010
23:04
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von JohannesBalthaus | #4

Als interessierter Bürger habe ich im letzten Jahr mehrere Mal versucht, das Handlungskonzept für eine integrierte Innenstadtentwicklung von der Stadtverwaltung zu erhalten.

Zu einem Zeitpunkt, als ich die Debatte über dieses Konzept bereits in drei öffentlich tagenden Fachausschusssitzungen als Zuschauer habe verfolgen können, wurde mir von dieser Verwaltung beschieden, das Konzept sei zur Veröffentlichung noch nicht freigegeben.

Als kurze Zeit später auf meine erneute Anfrage das Konzept dann wohl öffentlich war, wurde mir vom Bürgermeisteramt telefonisch bechieden, man könne nicht jedem Gladbecker dieses umfangreiche Gutachten zur Verfügung stellen.

Mir ist bisher entgangen, dass jeder Gladbecker sich dafür interessiert und es somit in einer Auflage von über 70 000 Exemplaren hätte gedruckt werden müssen.

Dergestalt sieht die Bürgerbeteiligung der Gladbecker SPD aus.

Das Bürgermeisteramt kennt meine Adresse.
Das Gutachten passt in meinen Briefkasten rein.!

14.04.2010
22:57
Blockierter Kommentar.
von alterndersack | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.04.2010
22:51
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von Bahnfahrer | #2

Ich spüre richtig wie dem Zwerg aus der CDU bei den 30 Mio die Finger kribbeln und er an die alt Zeit mit Schwerhoff, GWG und Stojan denkt.

14.04.2010
21:52
Auch beim Projekt Gladbecker Innenstadt sollen die Menschen sich einbringen
von Mehr Demokratie wagen | #1

Es bleibt zu hoffen, dass auf die vielversprechenden Worte auch die Taten folgen werden.
Bei einer ernstgemeinten Bürgerbeteiligung hat die Gladbecker Politik ganz großen Nachholbedarf. Im Grunde steht sie dort ganz am Anfang. Die eventuellen Erfolge einer Bürgerbeteiligung dürfen auch nicht von der Politik oder der Stadtverwaltung formuliert werden, sondern von den Bürgern selbst, sonst heißt es nachher wieder wir haben die und jenes geschaffen und dank uns .. usw.
Leider finden solche Veranstaltungen sehr oft in der Wahlkampfphase statt. Sollte ich mich irren und es werden nach der Wahl solche Veranstaltungen tatsächlich fortgesetzt, dann habe ich Hoffnung, dass die ganze Sache ernst gemeint ist und nicht zum Einlullen vor der Wahl benutzt wird.
Ich lass mich gerne überzeugen, dass ein Ruck in der Politik möglich ist. Vielleicht haben die Wahlschlappen der Bundes SPD ja wirklich etwas bewirkt. Wir Bürger werden es sehen und aufmerksam verfolgen.
Ich kann nur bestätigen, die Akzeptanz in der Bevölkerung für Bauvorhaben kann nur steigen, wenn die Bürger ein echtes Mitspracherecht erhalten.
Willy Brandt sagte einst Mehr Demokratie wagen, in diesem Sinne liebe SPD Gladbeck, back to the roots.
http://www.youtube.com/watch?v=KNd4qHYEJmg

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