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Atheist aus Gladbeck will nicht, dass sein Sohn im Religionsunterricht betet

14.09.2012 | 09:00 Uhr
Atheist aus Gladbeck will nicht, dass sein Sohn im Religionsunterricht betet
Religionsunterricht gehört in Grundschulen dazu.Foto: ddp

Gladbeck.   Dass sein nicht getaufter Sohn an der Käthe-Kollwitz-Grundschule im Religionsunterricht beten soll, stößt dem Atheisten Norbert Böger sauer auf. Der Gladbecker wünscht sich stattdessen einen lebensnahen Ethik-Unterricht. Eine Alternative wäre auch die Teilnahme am parallel stattfindenden Türkisch-Unterricht.

Seit gerade einmal drei Wochen ist sein Sohn Schulkind an der Käthe-Kollwitz-Schule in Schultendorf. Und schon hat Norbert Böger (43) den Kampf gegen das Schulsystem aufgenommen. Seine Mission: Kampf der Missionierung. Sein Sohn, sagt der überzeugte Atheist, werde gezwungen, am Religionsunterricht teilzunehmen. „Die Kleinen sollen sich da hinsetzen und dann wird gebetet.“

Ein Unding, findet Böger. „Ich möchte nicht, dass die Kinder angehalten werden zu beten.“ Das sei Beeinflussung. Und sein Sohn solle nicht religiös beeinflusst werden. Schließlich hätten seine Frau und er selbst bewusst beschlossen, aus der Kirche auszutreten. Beide glauben nicht an Gott.

Damit das Kind nicht vom Glauben behelligt werde, habe man sich für eine Gemeinschaftsgrundschule entschieden. Und nun stehen doch zwei Stunden katholische Religion auf der Stundenplan des Erstklässlers, Beten inklusive.

Gesetzlich verankert

Der Religionsunterricht an Schulen ist gesetzlich verankert. „In Gemeinschaftsgrundschulen werden Kinder auf der Grundlage christlicher Bildungs- und Kulturwerte in Offenheit für die christlichen Bekenntnisse und für andere religiöse und weltanschauliche Überzeugungen gemeinsam unterrichtet und erzogen.“ So steht es auf der Internetseite des NRW-Schulministeriums, schulministerium.nrw.de. Allerdings können Schüler vom Unterricht befreit werden. „Wenn Herr Böger nicht möchte, dass sein Sohn am Religionsunterricht teilnimmt, muss er ihn eben abmelden“, sagt die kommissarische Schulleiterin Heidemarie Schreiber. Dass im Religionsunterricht gebetet werde, gehöre nun einmal dazu. Allerdings werde kein Kind gezwungen, mitzubeten. „Wenn der Junge einfach ruhig daneben sitzt, ist das auch kein Problem.“

Die Alternative zur Teilnahme am Religionsunterricht wäre an der Käthe-Kollwitz-Schule die zeitweise Unterbringung in einer anderen Klasse. Keine echte Alternative, findet Norbert Böger. „Ich möchte nicht, dass mein Kind vom Regelunterricht ausgeschlossen und nur verwahrt wird.“ Ihm wäre am liebsten, wenn es gar keinen Religionsunterricht gäbe, und stattdessen ein Fach, dass sich mit der Einstellung zum Leben befasst.

Dass der Religionsunterricht im Gesetz verankert ist, lässt er nicht gelten. „Das Gesetz gehört geändert“, sagt er. Und es macht den Eindruck, als sei er bereit, darum zu kämpfen, hat er doch schon die Bezirksregierung und das Kultusministerium kontaktiert.

Eine zweite Alternative könnte sich aus der Dreiteilung der Klasse ergeben, denn während katholische und evangelische Kinder Religionsunterricht haben, steht für die türkischen Kinder muttersprachlicher Unterricht auf dem Programm. Ob da auch deutsche Kinder mitmachen können? „Warum nicht“, sagt Heidemarie Schreiber. Es habe nur noch nie jemand gefragt. Und Norbert Böger findet: Keine schlechte Idee. „Kulturübergreifend finde ich super.“

Nina Estermann

Kommentare
27.09.2012
10:27
Atheist aus Gladbeck will nicht, dass sein Sohn im Religionsunterricht betet
von Poebler | #51

....das Kind selber entscheiden kann und will, ob es den Unterricht besucht oder nicht
....das Kind erst durch den Reli-Unterricht merkt, dass es...
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2012-09-14 09:00
Atheismus, Türkisch-Unterricht, Religionsunterricht, Gladbeck
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