Asylbewerber-Notquartier - zunächst  kein  Abriss 

Der weiße Wohncontainer An der Boy wird nicht mehr als Asylbewerberunterkunft genutzt. Die benachbarten festen Reihenhäuser stehen weiterhin Flüchtlingsfamilien zur Verfügung.
Der weiße Wohncontainer An der Boy wird nicht mehr als Asylbewerberunterkunft genutzt. Die benachbarten festen Reihenhäuser stehen weiterhin Flüchtlingsfamilien zur Verfügung.
Foto: WAZ FotoPool
Der Wohncontainer An der Boy soll der Stadt künftig als Lager dienen. Die Suche nach geeigneten Gebäuden für eine neue Zentralunterkunft läuft noch.

Gladbeck.. Der Wohncontainer An der Boy, der über Jahrzehnte als Notquartier für Asylbewerber genutzt wurde, soll zunächst nicht abgerissen werden.

Nachdem am 11. Dezember in der Gemeinschaftsküche ein Feuer ausgebrochen war, das Teile der Elektroinstallation zerstörte, waren die 37 Bewohner aus dem Gebäude evakuiert worden (WAZ berichtete). Die Männer konnten über zügige Verträge, die die Stadtverwaltung mit der Gladbecker Wohnungsgesellschaft (GWG) schloss, noch vor Weihnachten in sechs Mietwohnungen im gesamten Stadtgebiet untergebracht werden.

Bereits vor dem Brand hatte die Stadtverwaltung angekündigt, den abgewohnten Containerbau An der Boy nach den Wintermonaten als Asylbewerberquartier aufgeben und leer ziehen zu wollen. Aus diesem Grund sei das Gebäude auch nicht wieder als Unterkunft hergerichtet worden, so Christiane Schmidt vom Presseamt der Stadt.

Die untere Etage will die Stadt als Lager nutzen

Gleichwohl werde das doppelstöckige Gebäude noch nicht abgerissen, da die untere Etage der Stadt künftig als Lagermöglichkeit dienen solle. Im Erdgeschoss befinde sich auch das Hausmeisterbüro, das nach wie vor für die Betreuung der weiteren Asylbewerberunterkünfte in den festen Reihenhäusern An der Boy genutzt werde. Die dortigen Wohnungen werden von Familien, teils mit kleinen Kindern, bewohnt. Da die Stadt in die Gebäude vor nicht allzu langer Zeit rund 800 000 Euro investiert habe, seien die Unterkünfte in ordentlichem Zustand, „so dass sie auch weiterhin belegt werden können“, so Christiane Schmidt.

Erster Beigeordneter Rainer Weichelt hatte angekündigt, dass die Stadt mittelfristig zentrale Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber und Flüchtlinge als Ersatz für den aufgegebenen Wohncontainer suche. „Dazu werden zurzeit noch mehrere Standorte geprüft“, so Christiane Schmidt.