An die Äpfel, fertig, los!
14.08.2011 | 07:05 Uhr 2011-08-14T07:05:00+0200
Gladbeck.Apfelolympiade, die 23.: Schauplatz ist der Marktplatz, wie jedes Jahr. Viele Schaulustige sind gekommen, auch das ist wie immer.
Und natürlich gucken zahlreiche ehemalige Appeltatenmajestäten – darunter auch die amtierende aus dem Jahr 2010, Claudia Preuß, - beim Wettkampf zu. Sogar der Wettergott hat an diesem Samstag Vormittag netterweise ein Einsehen: Er stoppt die Regenwolken für eine knappe Stunde. Das reicht so eben, um diese erste Olympiaden-Runde einigermaßen trocken zu überstehen.
„An die Äpfel, fertig, los!“ Das ist das Startsignal um kurz nach elf Uhr für die Disziplin Nr.1. Sechs Frauen greifen beherzt zum Schäl- oder Pittermesser. Es gilt, eine möglichst lange Apfelschale zu schälen. Dabei sind: Rentnerin Renate Weise (64), die noch nie einen Apfel geschält hat (sagt sie). Mit ihr in der Reihe steht die Studentin Alexandra Gawronski (21), sie hat ein paar Tipps von der Mama mit auf den Weg zum Marktplatz bekommen.
Als Mutter von fünf Kindern hat Dipl.-Ingenieurin Beate Günther (49) da schon mehr Erfahrung. Anne Rademacher wiederum nicht, weil sie „Äpfel eigentlich immer mit der Schale isst, das ist gesünder“. Und „überhaupt nicht geübt“, hat Britta Greuel (63). Nur Barbara Weiß (47) ist bereits eine erfahrene Olympionikin, hat schon 2010 mitgemacht.
„Es wird diesmal nicht so lange Spiralen wie sonst geben“, warnt Bauer Erhard Heimann, der den Stand und die Äpfel stellt, zu Beginn vor zu hohen Erwartungen. „Die Äpfel sind zu klein in diesem Jahr, um mehrere Meter lange Schalen davon zu schälen“, gibt er zu bedenken. Spannende drei Minuten lang dürfen die sechs Frauen den Gegenbeweis antreten. Doch es stimmt, neue Rekorde werden an diesem Morgen nicht geschält und beim Messen der Apfelspiralen reicht der zwei Meter lange Zollstock voll aus. Mit 1,70 Meter schlägt die jüngste Teilnehmerin, Alexandra, die anderen fünf in dieser Disziplin.
Spannendes Rennen um die höchste Punktzahl
Doch mit dem Schälen allein ist es ja nicht getan bei dieser Olympiade. Die kleine Minigolfbahn, Disziplin Nr. 2, ist die nächste Herausforderung. Ganz schön knifflig, den Ball um die hübschen, aber störend platzierten Deko-Hindernisse herum mit wenigen Schlägen einzuputten. Britta Greuel und Renate Meise machen hier das Rennen, liegen in ihren Punkten gleichauf.
Die Entscheidung darüber, wer sich in dieser ersten Runde für das Finale am 27. August qualifiziert, fällt schließlich bei einsetzendem Nieselregen an der Armbrust. Britta Greuel trifft als einzige den Apfel auf dem Kopf von „Walter“, dem hölzernen Sohn von Schillers Wilhelm Tell, und holt die meisten Punkte in dieser Disziplin. Damit ist sie die Tagessiegerin, Alexandra Gawronski kommt auf den 2. Platz, Beate Günther auf den dritten Platz.
Alle drei werden nun am 27. August um den Titel der Gladbecker Appeltatenmajestät 2011 kämpfen. Und die anderen drei Teilnehmerinnen der ersten Runde freuen sich mit ihnen. „War doch ein guter Spaß“, hat Anne Rademacher das letzte Wort.
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