Altenpflege braucht Nachwuchs

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Der zunehmende Pflegebedarf und der befürchtete Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal standen im Mittelpunkt beim Neujahrsempfang der Seniorenhilfe des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten im Marthaheim.

„In der Öffentlichkeit herrscht oft ein negatives Bild von Pflegeberufen und Einrichtungen“, berichtete Roland Weigel, Geschäftsführer von Konkret Consult Ruhr GmbH, und warb in seinem Kurzvortrag um mehr Unterstützung für pflegendes Fachpersonal.

Karrierechancen

Kerstin Schönlau, Prokuristin der Seniorenhilfe, stellte konkrete Maßnahmen der Seniorenhilfe vor. Im Fokus steht dabei die Mitarbeitergewinnung und -bindung. Der Weg in den Pflegeberuf gelingt im Diakonischen Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten immer häufiger über soziales Engagement in einem Lifetime-Freiwilligenprogramm. Neben den praktischen Einsätzen beinhalten die Freiwilligenprogramme interne Bildungstage, die Hintergründe des Berufes beinhalten – zum Beispiel widmet sich ein Bildungstag der besonderen Situation demenzkranker Menschen.

In den Lifetime-Freiwilligendiensten der Diakonie probieren sich junge Menschen in einem pflegerischen Beruf aus, wie aktuell die Bundesfreiwilligendienstleistende Vivien Heinz: „Durch meinen Bundesfreiwilligendienst im Seniorenzentrum Vinzenheim erhalte ich einen guten Einblick in die verschieden Berufsfelder wie Hauswirtschaft, Betreuung und Pflege. Ich interessiere mich sehr dafür, die Altenpflegeausbildung zu machen, und die Zeit im Vinzenzheim hat meine Entscheidung noch gefestigt.“ Vivien Heinz ist kein Einzelfall, fünf von sieben ehemaligen Bufdis aus der Seniorenhilfe entscheiden sich jedes Jahr für eine Ausbildung in der Altenpflege.

Dass eine Ausbildung zum Altenpfleger nicht das Ende einer beruflichen Karriere bedeutet, stellte Dawid Grzela anschaulich dar. Über eine ehrenamtliche Tätigkeit zur Ausbildung mit parallelem Studium, ist er inzwischen zur Projektleitung zum Thema „Ausbildung“ in der Seniorenhilfe aufgestiegen. „Für mich ist wichtig, dass ich Dinge gestalten kann. Meine Aufgabe im Projekt ist es, den Schülern mehr Sicherheit und Orientierung im Ausbildungsverlauf zu geben. Ich agiere als Kommunikationsmittler zwischen der Einrichtung und den Schülern oder koordiniere interne und externe Pflegeeinsätze. Die Schüler können sich so mehr auf die Ausbildungsinhalte konzentrieren und haben mit mir eine neutrale Anlaufstelle, die sich Zeit für ihre Fragen und Nöten nimmt. So fördern wir die Bindung zum Beruf und zur Einrichtung und bleiben auch über die Ausbildung hinaus ein interessanter Arbeitgeber“, so Grzela.