Achtung, Zone - mehr als 100fach!

Wer durch Gladbeck fährt, hat jetzt einen steten Begleiter am Straßenrand - die Umweltzonen-Beschilderung. Foto: Dirk Bauer
Wer durch Gladbeck fährt, hat jetzt einen steten Begleiter am Straßenrand - die Umweltzonen-Beschilderung. Foto: Dirk Bauer
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Umweltzone ist unübersehbar - die Flut der neuen Hinweistafeln gilt als rechtlich unumgänglich.

Gladbeck..  Achtung, Zonengrenze! Mit deutscher Gründlichkeit ist die neue Umweltzone auch in Gladbeck ausgeschildert worden - sage und schreibe über 100 (!) Hinweistafeln weisen nun die Autofahrer im Stadtgebiet darauf hin.

Manch’ ein staunender Beobachter der Umweltzonen-Schilderflut spricht schon von einem „echten Schilder-Wahnsinn“, doch rein rechtlich gesehen kommen die zuständigen Fachämter nicht um diese umfangreiche Maßnahme herum: Jeder Autofahrer/jede Autofahrerin muss schließlich ganz genau darauf hingewiesen werden, wo die Umweltzone exakt beginnt.

Das unterstreicht auch der städtische Umweltfachmann Dr. Dieter Briese, der in jüngster Zeit ebenfalls das lokale Wachsen des Umweltzonen-Schilderwaldes aufmerksam mitverfolgt hat.

Nicht nur der Beginn der eigentlichen Umweltzone ist nun überall in Gladbeck markiert, teils sind schon mehrere hundert Meter vor der Zone weitere Tafeln angebracht, die darauf hinweisen, dass hier in Kürze die Zonengrenze folgt. Auch diese Tafeln im Umweltzonen-Vorfeld sind aus behördlicher Sicht unumgänglich, um den betroffenen Fahrern ein rechtzeitiges Abbiegen zu ermöglichen.

Die Schilderflut - ein Beispiel: Feldhauser Straße/Zweckeler Straße in Höhe der Konrad-Adenauer-Allee

Ein Beispiel dafür ist die Feldhauser Straße/Zweckeler Straße, wo Autofahrer aus Richtung Norden nicht nur mitten auf der Brücke über die Konrad-Adenauer-Allee exakt auf den Beginn der Umweltzone aufmerksam gemacht werden, sondern auch noch einmal im Vorfeld (rund 200 Meter davor; in Höhe des Zubringers zur Konrad-Adenauer-Allee).

Als Faustregel für Gladbeck gilt: Alles, was südlich der Linie Konrad-Adenauer-Allee, Sandstraße (mit Europabrücke) und Hegestraße liegt, gehört zur neuen Umweltzone. Diese Umweltzone umfasst alle Bereiche mit zu hohen Belastungen durch die Schadstoffe Feinstaub und Stickoxid. Die Bundesstraßen (auf Gladbecker Gebiet also die B 224) und die Autobahnen (hier die A 2 und A 31) sind von den Umweltzonen ausgenommen.

Die neuen Zonen-Schilder sind keine reine Autofahrer-Theorie: Ab 1. Januar 2013 ist in der nächsten Stufe nur noch Fahrzeugen mit gelber oder grüner Umweltplakette die Einfahrt in die Umweltzone gestattet. Und in der dann folgenden, letzten Stufe ab 1. Juli 2014 dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette hinein.

Wichtig: Derzeit ist bereits Fahrzeugen ohne jede Plakette (die soll es tatsächlich noch geben!) die Einfahrt in die Umweltzone untersagt, es sei denn der Fahrer hat eine Sondergenehmigung, die gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe platziert ist. Bei Verstößen drohen ein 40-Euro-Bußgeld und dazu ein Punkt in Flensburg.

Dr. Briese: „Umweltzone grundsätzlich ein sinnvolles Projekt“

Dr. Dieter Briese weist eindringlich darauf hin, dass aus seiner fachlichen Sicht trotz des hohen Schilder-Aufwandes die Umweltzone sinnvoll ist, um langfristig die Luftqualität in der Region zu verbessern. Auch er hätte es aus Gladbecker Sicht gern gesehen, wenn die B 224 mit einbezogen worden wäre, doch das sei auf den höheren Ebenen nicht durchzusetzen gewesen.

Bundesstraßen und Autobahnen sind und bleiben also ausgenommen, weil dies auch von der Europäischen Union (EU) so gefordert wird, um den freien internationalen Lkw-Warenverkehr auf den Fernstraßen des Kontinents nicht zu gefährden.