Acht Gladbecker Heimkinder waren in Ungarn untergebracht

In diesem Haus der Neustart kft im ungarischen Pecs waren acht Gladbecker Heimkinder in der Zeit von 2005 bis 2008 unterschiedlich lang untergebracht
In diesem Haus der Neustart kft im ungarischen Pecs waren acht Gladbecker Heimkinder in der Zeit von 2005 bis 2008 unterschiedlich lang untergebracht
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Drei Fälle waren nicht im Computersystem der Stadt erfasst. Sachstandsbericht von OB Baranowski zum Jugendamtskandal in Gelsenkirchen.

Gladbeck.. Acht und nicht fünf Gladbecker Heimkinder (sowie ein Kind aus Herne) waren in der umstrittenen ungarischen Einrichtung Neustart kft untergebracht. Diese korrigierte Zahl habe sich mittlerweile ergeben, bestätigt Christiane Schmidt vom Gladbecker Presseamt den jüngsten Sachstandsbericht von Oberbürgermeister Baranowski vor dem Gelsenkirchener Stadtrat.

Ursprünglich sei man von nur fünf in Ungarn betreuten Gladbecker Kindern ausgegangen, „da nur diese Fälle im Computersystem der Stadtverwaltung erfasst waren“, so Schmidt.

Weitere Recherchen in den Akten des Jugendamtes und der Abgleich mit dem Kinderheim St. Josef hätten dann aber ergeben, dass drei weitere Gladbecker Kinder im Zeitraum von 2005 bis 2008 über Vermittlung der Gelsenkirchener Einrichtung bei Neustart in Ungarn untergebracht waren. Letzteres Unternehmen hatte das mittlerweile geschasste Führungsduo des Gelsenkirchener Jugendamtes - Alfons Wisman und sein Vize Thomas Frings - gegründet und so offenbar an der Unterbringung von Gladbecker Heimkindern mitverdient.

Ob die Empfehlung der Jugendhilfeeinrichtung St. Josef an andere Jugendämter, Kinder nach Ungarn zu schicken, von Wisman beziehungsweise Frings mit Überbelegungen vergütet wurden, werde, so OB Baranowski, noch überprüft.

Die Gladbecker Kinder waren laut Christiane Schmidt unterschiedlich lange im Auslandsaufenthalt, „mal nur wenige Wochen, oder ein, drei, fünf sowie sechs Monate bis zu einem und maximal 2,5 Jahren“.

Frings und Wismann werden derweil auch mit dem Betrieb eines Pferdehofes unweit des Neustart-Heimes in Pecs in Verbindung gebracht, wo über das Gelsenkirchener Jugendamt regelmäßig Ferienfreizeiten für Kinder durchgeführt wurden.

Ob der Pferdehof auch für therapeutische Reitsunden der Gladbecker Neustart-Kinder genutzt wurde, sei bislang nicht bekannt, so Schmidt, „dies kann zurzeit aber auch nicht ausgeschlossen werden“.