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Ab(i) ins Leben

20.06.2008 | 19:16 Uhr
Ab(i) ins Leben

Aus neun Jahren lässt sich viel berichten. Wir haben in den Abizeitungen des Abiturientenjahrgangs 208 geschmökert

AbiQuarium:

Tauchgänge, Abenteuer und Tauchmissionen am „Riff Riesener” – darum geht es im Abibuch des Riesener-Gymnasiums. Warum haben die 58 Schüler die Unterwasserwelt als Motto gewählt? Aus Insiderkreisen verlautete, dass der gläserne Vorbau auf dem Schulgelände nicht nur bei Regen gerne mal „unter Wasser steht”, weil das Dach undicht ist. Darum wird er auch das „Aquarium” genannt.

Vielleicht ist das der Grund, warum die Abiturienten ihre Zeitung als Hardcover gestaltet haben? Da kann man das Wasser einfach abwischen. . . Beim Tauchgang des Lesers durch die Seiten der Zeitung ziehen bekannte Fische an der (Tauch-)Brille vorbei – der diesjährige Abijahrgang des Rieseners beschreibt seine Kurse, stellt alle Schüler in einem Steckbrief vor und gestaltet die Seiten mit vielen Fotos. Auf vier Seiten geht es um die Frage „Was fällt Dir ein zu...” - hier ordnen sich die Schülerinnen und Schüler Assoziationen zu. Im Schülerranking werden nicht nur die bekannten Kategorien (siehe Heisenberg-Gymnasium), sondern auch Schleimer, Unterrichtsstörer und der ewige Single gewählt.

Der schillerndste Fisch im Riff Riesener ist die vierteilige Fotostory, die in guter alter Bravo-Tradition aufbereitet ist. „Die Chickenwing-Gang” rauben die beliebte Cafeteria aus. Privatdetektiv James C. Kritt versucht, der kriminellen Bande das Handwerk zu legen. Vergeblich: Wie im wahren Leben gewinnen die Guten eben nicht immer. Und was wäre eine Abizeitung ohne lustige Sprüche? David zu Lars: „Das war der Höhepunkt Deines Leistungstiefs.”

BacABI-Party

„13 Jahre Rum” – unter diesem Motto lassen die 99 Abiturienten des Heisenberg-Gymnasiums ihre Schulzeit Revue passieren. Das Deckblatt ihrer Zeitung ziert ein Foto-Mosaik, das das Label einer bekannten Rum-Marke bildet. Das „BacABI-Motiv” zieht sich durch die ganze Zeitung, die richtig gut gemacht ist. Hut ab!

Die Stufenleiter wählen im „Aperitif” (Vorwort) hingegen den Fußball-Jargon. Als Cheftrainer wünschen sie ihrer frisch entlassenen Mannschaft alles Gute und weiterhin erfolgreiche Spiele im Leben. Is ja auch gerade EM. Beim RUMblättern findet sich auch bei diesem Exemplar viel Typisches für eine Abizeitung: Die Vorstellung der Leistungs- und Grundkurse, Fotos der gemeinsamen Zeit und natürlich die Sprüche, die zu jeder Abizeitung gehören. Zwischen den Steckbriefen der Stufe findet sich noch ein optischer Leckerbissen: Eine Luftaufnahme aller Abiturienten, die mit ihren Körpern ihren Abijahrgang „08” darstellen.

Unter dem Motto „RUMgefragt” dürfen die Schüler sich dann gegenseitig beurteilen – neben klassischen Kategorien wie „Beliebteste(r)”, „Streber(in)”, „Intelligenteste(r)” werden auch der schönste Hintern, der/die schlechteste Autofahrer(in) und der größte Spacken gewählt – jeweils mit Foto. Außerdem werden Tipps abgegeben, wer als erster Hartz IV-Empfänger wird und welche der Damen als erste Mutter. Da Lehrer auch einen großen Teil der Schulzeit ausmachen, kommen sie in der „RAZZonanz” zu Wort. „Was tun Sie für Ihre Figur?” oder „Wie lange brauchen Sie morgens im Bad?” interssiert die scheidenden Schülerinnen und Schüler.

Wenn sich bald alle RUMtreiben, um das Leben ohne Schule zu erleben, ist diese Zeitung eine bleibende Erinnerung an schöne Zeiten. „Ich frag mich gerade nur, was Friede, Freude, Eierkuchen auf Englisch heißt.” - „Peace, Happiness and Pancakes heißt es bestimmt nicht.”

RehABIlitation

„Freispruch nach 13 Jahren” ist das Motto der 13 Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule, die in diesem Jahr Abitur gemacht haben. Die im Vergleich zu den anderen Schulen etwas dünnere Zeitung wurde laut Impressum in einer Nacht-und-Nebel-Aktion produziert. Aber sie hat alles, was eine Abizeitung braucht: Kursbeschreibungen, Steckbriefe, Sprüche, Grußworte der Klassenbetreuerin und Fotos.

Sowohl im Vorwort der Schüler als auch im Gruß der Lehrerin wird deutlich, dass sich die beiden Seiten zwar gegenseitig einiges an Nerven gekostet haben, aber auch viel Spaß miteinander hatten und sich respektiert haben. Die Waldorf-Schüler haben sogar eine extra Seite, auf der sie sich bei ihren Lehrern bedanken – oder entschuldigen.

In ihren Steckbriefen verraten die Abiturienten ihre Berufswünsche: „Weltherrscher aus einem rosa Zauberschloss” findet sich da. Oder „Indianerin”, „Diktator oder Rockstar” und „Nachfolger von Bruce Darnell bei Germany's next Topmodel”. Träumen darf man schließlich, wenn man gerade das Abi in der Tasche hat. Und genau das stellen die Berufswünsche dar, denn es gibt auch noch die Rubrik „Wirklicher Berufswunsch”. Da geht es mit Zielen wie Physiker, Ingenieurin, Grafikerin oder der einfachen Aussage „weiß noch nicht” bodenständiger zu.

Bei der Beschreibung des Mathe–Kurses lassen die Schüler Bilder sprechen: Karikaturen statt Text beschreiben die gemachten Erfahrungen. Spannend für jeden Leser die „Wusstest du schon”-Rubrik. Beispiel: „Wusstest du schon, dass du in deinem ganzen Leben während dem Schlafen ungefähr 70 Insekten und zehn Spinnen essen wirst?”

Obwohl es an der Waldorfschule nur 13 Abiturienten gibt, enthält die Zeitung eine Menge Zitate. Lehrer: „Worauf junge Menschen so kommen. Und Sie sollen später mal meine Rente bezahlen?”

ABI-Pedia 2008

Info
"My bike was slow"

Lehrer und Schüler sind immer für ein paar coole Sprüche gut!

„Und was ist Faustganz offensichtlich?” „Ein kleinesgelbes Buch?”

„My bike was slow”Entschuldigung eines Schülers, der zu spät zum Englischunterricht erscheint.

„Typische Waldorfschüler,doof aber glücklich”Zitat einer Chemielehrerin

„Wie würde man Minnesänger heutebezeichnen?”„...ja, DSDS und so...”

„Wann schreibenwir eigentlichdie mündlichenAbiturprüfungen?”

„13 Jahre Copy and Paste” (übersetzt: 13 Jahre kopieren und einfügen) lautet das Motto des Rats-Gymnasiums. Hoffentlich wurde nicht wirklich alles nur kopiert, denn neben dem Stufenleiter gratulieren den 64 Schülern in ihrer Abizeitung auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Moderator Günther Jauch zur bestandenen Reifeprüfung. Auch der Abijahrgang des Rats-Gymnasiums stellt sich selber in Steckbriefen vor. Bei der Vorstellung der Grund- und Leistungskurse gibt es nicht nur den Fließtext, sondern auch ein Gedicht (natürlich von einem Deutschkurs), einen Steckbrief (der Biokurs hat die Augenfarbe „ultraviolett”) und einen minütlich aufgezeichneten Ablauf einer Reli-Stunde.

Bei den gegenseitigen Assoziationen sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler mit - mal mehr und mal weniger schmeichelhaften - Worten belegt, sondern auch die Pauker. Bei ihnen findet sich von „sehr witzig” über „verwirrt” bis hin zu „langweilig” so ziemlich alles. Viel zu Lachen gibt es für die Schülerinnen und Schüler sicher bei den „Vorher-Nachher”-Fotos. Von Klasse 5 bis zum Abi ändert sich eben doch eine ganze Menge.

Die Sprüche der Lehrer sind als „Best of” gesammelt. Auch die Sprüche der Abiturienten fehlen natürlich nicht. Für Schüler der unteren Stufen, die noch länger die Schulbank drücken müssen, lohnt sich der Kauf der Abizeitung: Auf einer der letzten Seiten sind Gutscheine abgedruckt: „Eimal keine Hausaufgaben bei” – drei Lehrer haben sich daran beteiligt.

Katja Darms/Annalea Knubben

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Kommentare
24.06.2008
10:08
Ab(i) ins Leben
von kran0_1 | #2

Gladbeck ist eben Kulturstadt mit Bildung. Schon zu meinem Abitur 1961 begrüßte uns der damalige Oberbürgermeister Lange formgerecht mit: Liebe Abiturenten ........ (Koedukation gab es damals noch nicht)

23.06.2008
16:30
Ab(i) ins Leben
von Friedhelm1967 | #1

In Gladbeck scheint es nur Gymnasien zu geben

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