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Ab 60 alt genug für die Seniorenunion

14.02.2012 | 17:33 Uhr
Ab 60 alt genug für die Seniorenunion
WAZ-Lokalchefin Maria Lüning war Gast bei der Senioren-Union. Foto: Heinrich Jung WAZFotoPool

Gladbeck.Ab 14 kann man zur Jungen Union, spätestens ab 35 ist man in der „normalen“ Partei, ab 60 alt genug für die Senioren-Union. Alt genug, aber noch lange nicht auf dem politischen Altenteil – so ist das Selbstverständnis der aktiven CDU-Senioren, die beim WAZ-Besuch vom politischen Leben im Rentenalter berichten. Einmal monatlich treffen sie sich im Marktstübchen, von den 80 Mitgliedern kommen nie alle, manchmal verhindert Krankheit die Teilnahme, manchmal, wie an diesem Wintertag, erschwert das Wetter den Weg in die Stadt. Die 60-Jährigen sind mit Ratsfrau Barbara Ringkowski eher die Ausnahme, der Altersdurchschnitt liegt bei 70 plus. „Aber wir sind mitten im Leben“, macht Vorsitzende Maria Seifert (72) deutlich.

Und wo ist dann der Unterschied zu den anderen in der Partei? „Unsere Gespräche und Themen unterscheiden sich“, erklärt Hedwig Enxing. Man verstehe sich als Sprachrohr der Älteren. „Mit 65 guckt man anders auf das Leben“, ergänzt die ehemalige CDU-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Maria Seifert.

Mit dem anderen Blick haben die Senioren erstaunlicherweise gerade mit den Jungen in der Partei viel gemeinsam und finden miteinander eine gute Gesprächsebene. Seifert: „Das ist wie mit den Großeltern und ihren Enkeln, die verstehen sich oft auch gut.“ Und die Jungen können von den Alten einiges lernen, wie sich am Beispiel der knappen Finanzen der Stadt zeigt: Die Parteijugend hat Angst, dass Geld ausgegeben wird, das ihnen später fehlen könnte. Die Alten kennen noch die Zeiten, als man mit weniger zurecht kam und können Lösungswege aufzeigen.

Senioren-Union
Nicht jeder ist Mitglied

Zu den Treffen der Senioren-Union kann jeder kommen, eine CDU-Mitgliedschaft ist keine Bedingung. Ein Drittel der Mitglieder haben kein Parteibuch, interessieren sich aber für die Themen, die ja auch in die anderen Parteigremien getragen werden. Info:www.cdu-gladbeck.de

Die Gemeinsamkeiten schaffen auch mehr Verständnis für die jeweils andere Generation. Und rücken das schiefe Bild zurecht, das so mancher Jungpolitiker von den „Alten“ hat, weil über sie oft nur dann geredet wird, wenn es um Altenheime und Pflegeplätze geht. Dass es noch ganz andere Themen gibt, auch dafür gibt die Gladbecker Senioren-Union ein Beispiel. „Sucht im Alter – Alkohol und Medikamentenmissbrauch“ stand kürzlich auf der Agenda des monatlichen Themenschwerpunkts. Beim WAZ-Besuch interessierten sich die Mitglieder für die Situation von lokalen Medien und Journalismus in Zeiten von Internet, i-Pad und Co.

Maria Lüning

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