A-52-Planer sehen keine Chance für die Heege-Umgehung

Ganz in der Nähe der Fachhochschule in Gelsenkirchen-Buer würde die Heege-Umgehung auf die bestehende A-52-Trasse (unten rechts)  münden.
Ganz in der Nähe der Fachhochschule in Gelsenkirchen-Buer würde die Heege-Umgehung auf die bestehende A-52-Trasse (unten rechts) münden.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Die A-52-Pläne werden seit einigen Tagen im Internet sowohl von der Stadt als auch vom Bürgerforum bereitgestellt. Die WAZ blickt nochmals hinein.

Gladbeck..  Seit einigen Tagen bereits sind die Planunterlagen zur A 52 im Netz abrufbar. Ab 7. Januar liegen die Dokumente auch im Neuen Rathaus zur Einsicht aus. Vor diesem Hintergrund stellt sich zahlreichen Gladbeckern derzeit die Frage: Hat die Heege-Umgehung vielleicht doch noch eine realistische Chance?

Blickt man in den umfangreichen Erläuterungsbericht von Straßen.NRW zum Planfeststellungsverfahren, dann bleibt nur der klare Schluss: Wenn es nach den Planern bzw. dem Bundesverkehrsministerium geht, ist die Heege-Lösung, also eine A-52-Umgehung durchs Landschaftsschutzgebiet Heege nördlich der A 2, längst vom Tisch.

„Die Variante Heege ist die konfliktträchtigste Lösung“, formuliert Straßen.NRW im Bericht zum Planfeststellungsverfahren. Und weiter heißt es dort: „Erhebliche Auswirkungen betreffen den Ausbaubereich der A 2 und den Freiraum Heege. Ihr Konfliktpotential besteht dabei nicht nur in Bezug auf Natur und Landschaft, sondern auch hinsichtlich des Schutzgutes Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit.“

Die Heege-Umgehung auf Gelsenkirchener Gebiet östlich von Gladbeck stelle „keine verträgliche Lösung“ dar und komme aus Sicht der entsprechenden Umweltverträglichkeitsstudie als realistische Perspektive „nicht in Betracht“. Aufgrund des Ergebnisses der Umweltverträglichkeitsstudie habe das Bundesministerium entschieden, dass die Heege-Umgehung beim Bau der A 52 – trotz der erheblichen Kostenvorteile im Vergleich zu den übrigen Lösungen – auszuschließen sei, „da sie nicht nur erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft nach sich zieht, sondern auch dem Schutzgut Mensch entgegensteht“.

Am Wittringer Knotenpunkt würde die direkte Verbindung West-Nord entfallen

Klare Worte sind das. Worte, die bei den Befürwörtern der Heege-Lösung entschiedenen Widerstand finden werden. So fordert A-52-Kritiker Alfred Luggenhölscher in einem Brief an Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) bereits eine Rückbesinnung auf die Forderung nach der Heege-Umgehung. Auch Georg Espey erinnert - wie berichtet - an eine Resolution pro Heege, die 3000 Gladbecker unterschrieben hätten.

Heege-Trasse - nicht nur Vorteile für Gladbeck

Eine Realisierung der Heege-Lösung hätte auch Auswirkungen auf die Planungen für das neue Autobahnkreuz bzw. den Autobahnknotenpunkt bei Wittringen. Eine direkte Verkehrsführung aus Richtung Westen in Richtung Norden wäre dann in diesem neuen Autobahnknotenpunkt zum Beispiel nicht mehr nötig, da diese Fernverkehrs-Ströme über die Heege-Trasse geleitet würden.

„Bei diesem Autobahndreieck fehlt gegenüber dem kompletten Kreuz der die Fahrbeziehung von Westen nach Norden herstellende Bogen“, bestätigen denn auch die Planer von Straßen.NRW in ihrem Bericht, der noch viele weitere Detailpunkte zur konkreten Trassengestaltung dieser Lösung bietet, ohne ihr (siehe oben) eine realistische Chance zu attestieren. Gleichwohl wird die Heege-Umgehung zum Jahresauftakt in der lokalen A-52-Diskussion wohl wieder eine Rolle spielen.