A 52- Gladbeck befürchtet massive Schäden durch Teilausbau

Computersimulation: Diese Dimension hätte das geplante A 2-Autobahndreieck in Höhe von Wittringen.
Computersimulation: Diese Dimension hätte das geplante A 2-Autobahndreieck in Höhe von Wittringen.
Foto: Stadt Gladbeck
Was wir bereits wissen
Hauptargument bei den Einwendungen der Stadtverwaltung sind unzumutbare Belastungen durch zusätzlichen Verkehr für gesamte Stadt.

Gladbeck..  Seit kurzem ist ein Komplettausbau der B 224 zur Autobahn A 52 (mit Tunnel) auf Gladbecker Gebiet wieder eine denkbare Option für die Stadt, die Mehrheit der Politik und für viele Bürger. Umso vehementer wird der geplante Teilausbau von der Stadtgrenze Bottrop bis zum A 2-Kreuz, für den aktuell das Planfeststellungsverfahren läuft, weiterhin abgelehnt. Rund 700 Einwendungen hat das Bürgerforum bereits gesammelt. Ab jetzt läuft der Countdown, die Frist endet am 20. Februar.

Auch die Stadt hat ein dickes Paket an Argumenten gegen diese „für Gladbeck schädlichste Ausbaulösung“ erstellt. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

Chaotische Verkehrszustände

Das durch den Ausbau zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen (plus 11000 Fahrzeuge täglich, die zu den jetzt schon 35 000 hinzu kämen) kann die Straße nicht bewältigen. Insbesondere an den Knotenpunkten Schützen-, Goethe- und Phönixstraße würden die exorbitant zu erwartenden Staubelastungen zu nicht mehr beherrschbaren Verkehrszuständen führen. Die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer wäre durch starke Zunahme des Schwerlastverkehrs stark beeinträchtigt. Die zu befürchtende Überlastung des Innenstadtverkehrs durch ausweichendem Lkw-Verkehr wird die dafür nicht ausgebauten Straßen beschädigen. Die dauerhafte Instandhaltung kann die Stadt finanziell nicht leisten.

Frist bis 20. Februar

Belastung anderer Straßen

Das Abbinden des Gewerbeparks Brauck wird eine weitere Verlagerung des Gewerbeverkehrs auf städtische Straße zur Folge haben. Betroffen wären Phönix-, Diepenbrock-, Stein-, Helmut-, Roßheidestraße und Welheimer Straße.

Unzumutbare Immissionen

Es werden unzumutbare Immissionen und gesundheitliche Folgen für die Bürger befürchtet, insbesondere durch eine Zunahme der Belastung mit Kohlenstoffdioxid, Schall und Feinstaub. Durch das befürchtete Ausweichen des Verkehrs auf innerstädtische Verkehrswege wäre das gesamte Stadtgebiet betroffen. Erschütterungen, verursacht vom Ausweichverkehr, würden Gebäude beschädigen. Das Erholungsgebiet Wittringen würde als Naturraum entwertet, das Freibad durch zu erwartenden Besucherrückgang in seiner Existenz bedroht.

Schaden für die Natur

Es werden Nachteile für Tier- und Pflanzenwelt in den Naturschutzgebieten Halde Ellinghorst, Halde Rheinbaben und den Landschaftsschutzgebieten Wittringer Wald, Ellinghorst-Kösheide und Brauck befürchtet. Zwei Teiche in Wittringen gingen verloren, der Mühlenbach müsste verlegt werden.

Zum Schaden der Stadt

Die Stadt wäre in ihrer Finanzhoheit betroffen, sie müsste u. a. erhebliche finanzielle Zusatzbelastungen leisten, Straßenanbindungen und Kanäle verändern, Grundstücke abgeben und Wertminderung in Kauf nehmen. Mit der Umsetzung der Planung würde eine massive und nachhaltige Verschlechterung der Wirtschaftsstruktur und der Leistungsfähigkeit der Gemeinde einhergehen.