Video: "Up to Dance"-Festival
Mehr als 300 Tänzer standen beim 21. "Up to Dance"-Festival in Gladbeck auf der Bühne.
Das kann ja heiter werden. Denkt wohl zumindest Luis Mijares, als wir uns vorstellen. Für einige ist Jazztanz absolutes Neuland, andere haben vor Jahren damit aufgehört. Und dann sind da noch die, die mehrmals in der Woche trainieren. Vier Mädels lassen sich anhand ihrer einheitlichen Vereinsjacken gleich als geübte Tänzerinnen identifizieren.
Sie sind eigens aus dem Emsland angereist, um an den Workshops in der Sporthalle der Anne-Frank-Realschule teilzunehmen. Es ist Samstag, 17.15 Uhr, und sie haben bereits bei drei verschiedenen bekannten Tänzern ihr Bestes gegeben. Zuletzt durften sie als Servietten durch die Halle hüpfen – im Musical „Die Schöne und das Biest” verwandeln sich die Menschen in belebte Gegenstände. Zwischendurch stärken sich die eifrigen Sportlerinnen mit Bananen.
Schütteln und ein Klaps auf dem Po helfen
Nun ist also „Modern Jazz” mit Luis Mijares an der Reihe. „Und funf, sechs, sieben, acht”, zählt der Venezolaner mit dem charmanten Akzent und es geht mit einfachen Lockerungsübungen los. „Wie alt seid ihr eigentlich?” fragt der Tänzer, der sich mit einer beneidenswerten Leichtigkeit bewegt, nachdem er ein paar Minuten zugesehen hat. Wir sind ihm einfach nicht locker genug.
Und weil alle Aufforderungen nicht helfen, hilft nur noch eins: Wir sollen uns schütteln, was das Zeug hält. Nicht allein, sondern mit wechselnden Partnern. Das scheint zu funktionieren, plötzlich wirken alle viel gelöster. Weil Luis aber befürchtet, dass sich die untrainierten Hobbytänzer nach so viel unkontrollierter Bewegung am nächsten Tag nicht mehr richtig rühren können, ordnet er auch noch eine Rückenmassage an. Zum Abschluss sollen wir unserer Partnerin noch einen Klaps auf den Po geben – wir sind ja schließlich nicht (nur) zum Spaß da.
"I love you all" zum Abschied
Wir strecken und drehen, beugen und dehnen uns. „Lächeln reicht nicht”, sagt Luis, wenn das mal nicht so gut klappt – natürlich selbst mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. In seinem weißen Kapuzenpullover und der schlabberigen Trainingshose wirbelt er über den Linoleumboden, korrigiert Arm- und Beinhaltungen der Teilnehmerinnen und erheitert alle zwischendurch mit flapsigen Sprüchen. Plötzlich schmeißt er sich auf den Boden, rollt sich über die Schulter, dreht sich einmal um die eigene Achse und streckt seine Beine gen Decke. Alles klar?
Weil das – wider Erwarten – nicht bei allen so elegant aussieht, dürfen wir diesen Teil auslassen, als wir die Choreografie am Ende mehrfach durchtanzen. „I love you all”, haucht Luis Mijares zum Abschied. Zurück bleibt das Gefühl, dass wir uns doch ganz tapfer geschlagen haben. Und dass wir weiter tanzen müssen. Allein schon, um ihm beim nächsten Mal zu zeigen, dass es doch klappt mit der akrobatischen Einlage.



















